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Die Zeitungs-Auflagen im vierten Quartal 2021

IVW: „Bild“ fällt bei Abos und Einzelverkauf unter die Mio.-Marke

Foto: Imago / Michael Gstettenbauer

Erstmals seit 1953 hat sich Springers „Bild“-Zeitung im vierten Quartal 2021 seltener als eine Million mal pro Tag am Kiosk und per Abonnement verkauft. Massive Zugewinne erreichte hingegen die Wochenzeitung „Die Zeit“.

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Auf nur noch 970.948 Abonnements und Einzelverkäufe kam „Bild“ pro Ausgabe im vierten Quartal. Damit fällt das Blatt erstmals seit 1953 unter die Mio.-Marke. Im Gesamtverkauf liegt sie dank Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen noch über dieser Marke, doch auch dort ist die Million nicht mehr fern. Das Minus von 5,8 Prozent fällt immerhin geringer aus als noch in den vergangenen Jahren.

Die seriöseren überregionalen Tageszeitungen liegen deutlich stabiler im Markt: „Süddeutsche“, „Frankfurter Allgemeine“ und „Handelsblatt“ büßten jeweils um die 1 Prozent bei den Abos und im Einzelverlauf ein. Etwas deutlicher nach unten ging es für „taz“, „Welt“ und vor allem das „Neue Deutschland“, das inzwischen nur noch „ND“ heißt.

Überregionale Tageszeitungen im 4. Quartal 2021 (nur Abo+EV)

Platz Titel Abo+EV 2021-IV vs. 2020-IV absolut vs. 2020-IV in %
1 Bild 970.948 -60.150 -5,8
2 Süddeutsche Zeitung 273.812 -3.749 -1,4
3 Frankfurter Allgemeine 174.721 -1.519 -0,9
4 Handelsblatt 86.415 -671 -0,8
5 taz. die tageszeitung 41.040 -1.564 -3,7
6 Welt 40.668 -993 -2,4
7 Neues Deutschland 16.166 -1.180 -6,8
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen führt die „Bild am Sonntag“ weiter die Liste an, das Minus von 1,5 Prozent ist zudem deutlich geringer als das der „Bild“. Der Grund dafür ist das Wachstum bei den E-Paper-Abos, denn im Kiosk-Einzelverkauf büßte die „BamS“ mehr als 10 Prozent ein.

Aufsteiger des Quartals ist eindeutig „Die Zeit“. Im Gesamtverkauf knackte sie erstmals die 600.000er-Marke, in den beiden wichtigsten Kategorien Abos und Einzelverkauf kletterte sie um 10,2 Prozent auf 527.946 Exemplare. Auch hier ging das massive Wachstum auf das Konto der E-Paper, bzw. Digital-Abos, die um fast 55.000 nach oben gingen.

Die „Welt am Sonntag“ kam diesmal erstmals mit der Samstags- und der Sonntagsausgabe in die Wertung, ein Vorjahresvergleich ist daher nicht möglich. Weiter hinten finden sich vier weitere Gewinner: „Junge Freiheit“, „Der Freitag“, „Die Tagespost“ und „Das Parlament“.

Wochen- und Sonntagszeitungen im 4. Quartal 2021 (nur Abo+EV)

Platz Titel Abo+EV 2021-IV vs. 2020-IV absolut vs. 2020-IV in %
1 Bild am Sonntag 598.379 -9.046 -1,5
2 Die Zeit 527.946 48.961 10,2
3 Welt am Sonntag (Sa+So) 219.725    
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 177.386 -1.887 -1,1
5 Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost 25.387 -2.368 -8,5
6 Junge Freiheit 22.689 125 0,6
7 Der Freitag 21.449 463 2,2
8 Die Tagespost – Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur 10.831 414 4,0
9 Das Parlament 6.843 241 3,7
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

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