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"Eiserner Vorhang"

Julian Reichelt, der/das Snickers, die Bahn und viele, viele Likes

Julian Reichelt regte sich bei Twitter über die Coronaregelung bei der Deutschen Bahn auf

Auf Twitter regte sich Julian Reichelt über die Coronaregelung im Zug auf. Die Reaktion der Bahn erntete zehntausende Likes. Foto: Imago, Collage MEEDIA

Grenzerfahrung für Julian Reichelt? Der ehemalige „Bild“-Chef regte sich bei Twitter über die Coronaregelung im Zug auf. Die Reaktion der Bahn erntete zehntausende Likes. Und sie blieb nicht die einzige.

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Julian Reichelt ist nicht mehr Chefredakteur der „Bild“. Und was macht Julian Reichelt so als Ex? Seit Kurzem hat er seine Leidenschaft wiederentdeckt, fürs Twittern. Nach kleiner Pause hat er das wieder in einer Schlagzahl aufgenommen, fast so als wäre er noch Chefredakteur. Seine liebsten Themen? Der Russland-Ukraine-Konflikt, die Öffentlich-Rechtlichen und ganz vorne Corona. Vor allem die aktuellen Maßnahmen aus der Politik kommentiert der „Erfinder von ‚Viertel nach Acht'“ so, als wäre er live auf Sendung. Einer seiner letzten Posts sorgte jetzt für eine Reaktionsexplosion auf Twitter, von anderen Usern, aus Politik, Medien und von Marken.

Der „Eiserne Vorhang“ in der Deutschen Bahn

Mit dem ihm eigenen Überspitzungstalent – gelernt ist gelernt – weißt er während der Fahrt mit der Deutschen Bahn auf die Regelunterschiede für Ungeimpfte und Geimpfte im Zug hin.

Zur Erklärung: Es geht darum, dass das Bordbistro wegen der aktuellen Coronaregeln nur unter 2G+ betreten werden darf, also nur von Geimpften und Genesenen mit Testnachweis und von Geboosterten genutzt werden kann. Wohingegen im restlichen Zug die 3G-Regelung gilt, also auch Ungeimpfte sich mit Maske und getestet aufhalten und reisen können.

Über 6.000 Likes hat der Post innerhalb eines Tages eingesammelt. Eine gewisse Reichweite für Reichelt, der auf Twitter selbst über 100.000 Follower hat. Wesentlich größer aber waren die Wellen, die der Tweet schlug. Der Reichweite nach lag die Deutsche Bahn vorne. Mit einer Spitze gegen den Ex-„Bild“-Chef, die sich wohl auf seinen Abgang bei Axel Springer beziehen dürfte. Eventuell. Über 60.000 Likes gab es dafür.

Julian Reichelt schien die Aufmerksamkeit zu genießen. Schließlich sind Parodien auch immer eine Form der Anerkennung. Den Post vom Satirekanal „Extra3“ retweete der Ex-Chefredakteur.

Andere User fanden andere „eiserne Vorhänge“:

Es finden sich auch weitere Grenzgänger bei der Deutschen Bahn:

Es gibt auch Regelspezialisten:

Andere sehen den Tweet gleich auf der großen Leinwand:

Das Kopfkino springt auch bei diesem Post an:

Natürlich fand sich auch Kritik an dem Post der Bahn, etwa von „Welt“-Chef Ulf Poschardt, der mit dem Hinweishashtag #privatisieren endete

Christian Storch, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Grünen-Fraktion im Bundestag, nutzte die Popularität des Posts, um auf den aktuellen Punktsieg vom „Spiegel“ gegen Julian Reichelt hinzuweisen. Das Magazin darf den Artikel über den Ex-Bild-Chef wieder online stellen, nachdem ein Gericht erst anders entschieden hatte. Ein Kommentar, für den es gleich 2.000 Likes gab.

Die vollen zehn Punkte auf der Social-Media-Subtilitäts-Skala erhielt wohl die Bahn für ihren Abschlusspost:

Und natürlich muss ein anderer Personenbeförderer und Subtilitätenverbreiter auch einen Tweet zur Sache auf die Schiene bringen, dafür gab’s gleich mal über 17.000 Likes auf Twitter.

Es gibt auch einen ganz simplen Lösungsvorschlag, nach diesem User

Julian Reichelt selbst geht es inzwischen auch wieder besser:

Und der Ex-Chefredakteur hat sich bekehren lassen, zu das Snickers.

Und das:

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