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Analyse der TV-Sehdauer 2021

Unter-50-Jährige sehen immer weniger lineares Fernsehen

Foto: Imago / Waldmüller

Die TV-Sehdauer der 14- bis 49-Jährigen und insbesondere der 14- bis 29-Jährigen ist laut AGF im Jahr 2021 auf historische Tiefstwerte gefallen. Ein Hauptgrund liegt in den Erfolgen von Streamingdiensten.

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Das erste Pandemiejahr 2020 war für die Fernsehbranche ein Jahr des Durchatmens. Die Menschen waren gierig nach jeder Information zu Inzidenzen, Maßnahmen, Entwicklungen. Und in Lockdown-Zeiten saßen sie in den heimischen Wohnzimmern und sahen nicht nur Streamingdienste, sondern auch wieder mehr fern.

Ein Jahr später ist die Lage nun wieder eine andere. Die AGF maß für das Jahr 2021 eine Sehdauer bei den Über-3-Jährigen von 213 Minuten pro Tag. Sieben Minuten weniger als 2020, aber immerhin noch zwei mehr als 2019.
Die relative Stabilität des TV-Konsums verdankt die Branche allerdings immer mehr den Über-50-Jährigen. Dort wird sage und schreibe 336 Minuten pro Tag ferngesehen! Mehr als fünfeinhalb Stunden pro Tag! Die Zahl wuchs hier gegenüber 2020 sogar nochmal um eine Minute auf einen neuen Allzeit-Rekordwert.

Ganz anders sieht es bei den Unter-50-Jährigen aus. So lief das lineare Fernsehen bei den 14- bis 49-Jährigen im Jahr 2021 nur noch 121 Minuten pro Tag und damit satte 16 Minuten weniger als im Jahr 2020. Schockierend für die Fernsehmacher: Zwischen 2014 und 2021 ging eine komplette Stunde TV-Konsum verloren. Aus 181 wurden 121 Minuten. Eine Tendenz, die auch an jedem Tag in den Quotencharts zu sehen ist. Selbst im kalten Januar schaffen es derzeit meist nur eine oder zwei Sendungen bei den 14- bis 49-Jährigen über die Mio.-Marke. 2014 schaffte man es an vielen Januar-Tagen mit einer Million 14- bis 49-Jährigen nichtmal in die Tages-Top-20.

Noch extremer sieht es bei den 14- bis 29-Jährigen aus. Nur noch 62 Minuten pro Tag wurde 2021 in dieser Altersgruppe ferngesehen. Im besagten Jahr 2014 waren es genau doppelt so viele Minuten: 124. Ein Minus von 50 Prozent in nur sieben Jahren.

Der Grund ist klar: das Internet. Laut der jährlichen Studie „Massenkommunikation Trends“ von ARD und ZDF schauen 14- bis 29-Jährige inzwischen mehr als doppelt so viel Internetvideos als Fernsehen. Selbst das gute alte Radio hat das Fernsehen in dieser Altersgruppe schon überholt. Spannende Zeiten.

Dieser Text stammt aus der gedruckten MEEDIA-Ausgabe 3/2021. In jeder MEEDIA-Ausgabe finden Sie zehn Seiten „Business Intelligence“ – mit Daten-Analysen und Rankings zu allen wichtigen Mediengattungen. Zum Abo bitte hier entlang.

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