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ADC Kreativranking 2021

BBDO Group Germany schießt von Neun auf Eins

Dank „Eurythenes plasticus" dominiert BBDO das ADC Kreativranking 2021 – Foto: BBDO/WWF

Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) hat sein jährliches Kreativranking veröffentlicht. Auf dem Treppchen stehen diesmal BBDO und DDB, die Scholz & Friends und Jung von Matt auf die Plätze verwiesen haben. Serviceplan konnte seinen dritten Platz einmal mehr verteidigen.

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Das ADC Kreativranking gilt als der Überblick über die deutsche Agenturszene und wird von Marketingentscheidern gern herangezogen, wenn es darum geht, eine Agentur für die Lösung eines Problems zu suchen. In diesem Jahr dürfte das Telefon besonders oft bei BBDO und DDB klingeln, die sich mit Abstand auf die vorderen beiden Plätze katapultierten. Was allerdings auch daran gelegen haben mag, dass Scholz & Friends (dieses Jahr Platz 13) im vergangenen Jahr lediglich in Cannes eingereicht und Jung von Matt 2021 eine Awards-Pause eingelegt hatte. Letztere tauchen also überhaupt nicht im Ranking auf.

Für das Ranking wertet der ADC die fünf wichtigsten Kreativwettbewerbe ADC Wettbewerb, Cannes Lions, D&AD, LIA und One Show aus. Alle bei diesen Wettbewerben ausgezeichneten Arbeiten deutscher Agenturen fließen über ein Punktesystem in die Wertung ein. Gold entspricht sechs Punkten, Silber vier und Bronze zwei Punkten. Die höchsten Prämierungen, wie Grand Prix oder Black Pencil, werden mit zehn Punkten gewertet. Alle Wettbewerbe erhalten außerdem den Multiplikations-Faktor zehn. Die prämierten Arbeiten des ADC of Europe und Praxisarbeiten des ADC Junior Wettbewerbs werden mit 50 Prozent der Punkte im Kreativranking berücksichtigt.

Veränderungen auf dem Treppchen

Besonders viele Punkte konnte in diesem Jahr die BBDO Group Germany sammeln. Insgesamt sammelten die Düsseldorfer und deren Berliner Ableger 2.210 Punkte, im vergangenen Jahr waren es nur 560 Punkte gewesen. Den Push gegeben haben vor allem die drei Kampagnen „Eurythenes plasticus“  für den WWF Deutschland sowie die Cases „Family Diary“ und „It’s between you“ für WhatsApp.

Auf Platz Zwei rangiert mit einem Abstand von 150 Punkten (insgesamt 2.060 Punkte) die DDB Group, die eigentlich nur eine erfolgreiche Kampagne im Rennen hatte: die „Uncensored Library“ für Reporter ohne Grenzen, mit der die Düsseldorfer Agentur sowohl den ADC Grand Prix im Fachbereich Digital als auch fünf Mal Gold und den European Star beim ADC of Europe Award einheimste. Für weitere wichtige Ranking-Punkte sorgten zumindest im ADC Wettbewerb noch „Magenta TV – Tipps vom Profi“ und „#Dabei – Gegen Hass im Netz“ für die Telekom. DDB hatte im vergangenen Jahr übrigens Platz 15 inne.

Keine Änderung gab es hingegen auf dem dritten Platz, den sich Serviceplan mit 1.910 Punkten erneut sichern konnte. Die Agenturgruppe überzeugte vor allem mit „Meltdown Flags“: In Kooperation mit der Meter Group visualisierten die Münchener den weltweiten Gletscherrückgang über den Weißanteil in den Flaggen von Ländern, in denen es (noch) Gletscher gibt. Aber auch die Penny-Spots „Erstmal zu Teddy“, „Die Verkleideten Funkspots“ und „Stell dir vor…“ sowie „Das 5700-Euro-Handy“ für O2 verhalfen Serviceplan zum zweiten Mal in Folge zu Platz Drei. Auf den Plätzen Vier bis Sechs folgen Fischer Appelt/Philipp und Keuntje (1.160 Punkte), Kolle Rebbe (910 Punkte) und Heimat (780 Punkte).

BBDO und DDB sind auch die Aufsteiger des Jahres

BBDO und DDB führen auch die Liste der Top-Aufsteiger an: Die BBDO Group Germany konnte ihre letztjährige Ausbeute von 560 Gesamtpunkten auf 2.210 Punkte vervielfachen und stieg damit von Platz Neun auf den Spitzenplatz. Den größten Sprung machte aber DDB, die im vergangenen Jahr mit 220 Punkten noch auf Platz 15 weilten und sich in diesem Jahr um ganze 1.840 Punkte verbesserten. Den drittgrößten Sprung in der Gesamtpunktzahl erreichten die viertplatzierten Fischer Appelt/Philipp und Keuntje mit einem Plus von 680 Punkten – auch dank der erfolgreiches Cases „Das Netz“ für die S-Bahn Berlin und „Das digitale Wochenende der Museen“ für Facebook.

Trailer zur Kampagne. Die Serie besteht zusätzlich aus drei Folgen.

Fünf Agenturen, die im vergangenen Jahr nicht im Ranking aufgetaucht waren, gelang der Sprung in die Top Ten. So beispielsweise auf Platz Acht die Videoproduktion Sehsucht, die sich mit 480 Punkten sogar den fünften Platz sicherte. Den Erfolg verdanken sie, wie BBDO auch, vor allem dem WWF-Case „Eurythenes plasticus“, bei dem sie für die Videoproduktion mehrere Preise gewannen.

Die größte Überraschung lieferte aber wohl die Agentur Goldener Westen, die mit nur einer Einreichung zu den Abräumern beim ADC Wettbewerb avancierten: Für die emotionale Kampagne #StolenMemorie wurden die Berliner mit dem Grand Prix im Fachbereich Editorial ausgezeichnet. Im Ranking gereichte das für den 17. Rang.

#StolenMemories wurde gestartet, um aktiv nach Verwandten ehemaliger KZ-Insassen zu suchen, um persönliche Gegenstände – „gestohlene Erinnerungen“, an ihre Familien zurückzugeben. Insgesamt besteht die Kampagne drei Kurz-Videos.

Vergleich mit 2020 hinkt

Nun wurde immer wieder der Vergleich mit dem vergangenen Jahr angeführt. Der allerdings hinkt, weil 2020 weder die Cannes Lions noch der LIA Award stattgefunden haben. Insofern sei ein Blick auf 2019 gestattet. Hier führte DDB die Rangliste mit 2.110 Punkten an, vor Scholz & Friends, die 1.960 Punkte erreichten. Keinen Unterschied gab es hingegen auf dem dritten Platz, den ebenfalls Serviceplan mit 1.650 Punkten für sich reklamiert hatte. Heimat war mit 1.350 Punkten auf dem vierten Platz vertreten und Ogilvy sicherte sich mit 990 Punkten den Platz Fünf. In diesem Jahr schafften es die Frankfurter lediglich auf Platz Zehn. Scholz & Friends muss sich übrigens mit Platz 13 zufrieden geben.

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