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Neues Format

Eine Podcast-Gameshow: Darum kann Spotifys Experiment gelingen

Aufmacher Podcast Games

Funktioniert ein Quiz im Podcast? Spotify hat zumindest bei der Besetzung alles gegeben – Foto: Spotify / Bose

Funktioniert eine Gameshow auch über den Audio-Kanal? Dieses Experiment wagt Spotify ab dem 15. Januar. Der Trailer klingt gleichzeitig vielversprechend, absurd und chaotisch.

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Was sind eigentlich „Markenpromis“? Die selbsternannte Herzoginkartoffel Jeannine Michaelsen ballert den Terminus technicus einfach mal so in den Äther und unterstreicht die Prominenz der Promis noch mit dem Attribut „waschecht“.

Sie verstehen diesen Anlauftext nicht? Dann raten Sie doch einfach mal. Denn darum geht es. Spotify startet am Samstag, 15. Januar, ein neues Format: „The Podcast Games“. Es handelt sich dabei um ein Quizduell zwischen jeweils zwei Markenpromis. In vier Vorrunden-Duellen treten diese gegeneinander an, danach gibt es ein Halbfinale und ein Finale. Von einer Hoffnungsrunde steht in der Presseankündigung nichts, also müssten es nach Adam Riese (ein Markenpromi?) ziemlich genau sieben Episoden sein.

Wie transportieren die Quizkandidaten die Zwischentöne, die die User nicht sehen können? Und was ist ein Markenpromi? – Foto: Spotify

Es wird gefragt, wie deutsche Sprichwörter wirklich lauten. Oder die Kandidaten sollen ergänzen, was die logische Fortsetzung der Reihe: „Verliebt, verlobt …“ ist. Für solche Mentalakrobatik haben vermutlich einige Kandidaten und viele Zuhörer nur ein müdes Gähnen übrig. Wenn dann aber wie aus der Pistole geschossen „gebumst“ als logische Ableitung in den Raum geworfen wird, ist der akustische Schenkelklopfer perfekt. Auditives Fremdschämen.

Das sind die Fallstricke einer Quiz-Sendung bei Spotify

Aber das Unterhaltungsfernsehen hat bewiesen, dass es nicht eine Frage des Schwierigkeitsgrads der Fragen und Aufgaben ist, ob eine Quizshow funktioniert. Es ist eine Frage dessen, was die drei Protagonisten (Jeannine und die Duellanten) daraus machen. Das kann lustig sein, das kann aber auch ganz schnell im eigenen Saft schmoren, nämlich dann, wenn sich die Protagonisten mehr miteinander unterhalten als das Publikum. Dann wird das schnell zum Laber-Podcast 2.0. Denn dem Zuhörer fehlen ja die vielen kleinen visuellen Trigger, die zum Beispiel markieren, wenn zwei Quiz-Kontrahenten im Livemodus miteinander flirten.

Es ist also tatsächlich ein Experiment, das Spotify da wagt. Und es hängt entscheidend davon ab, wie gut die Duellanten vor dem Mikro abliefern. Sicherheitshalber hat man sich mit Kandidaten ausgestattet, die hinlänglich bewiesen haben, dass sie das können. Es treten an:

Laura Larsson (Podcasterin und 1Live-Moderatorin) gegen Jokah Tululu (Comedy-Youtuber und personifizierter Lachsack) – Foto Spotify
Aminata Belli (Zuckerwatteverkäuferin und NDR-Reporterin) vs. Stefanie Giesinger (Topmodel, das sprechen kann) – Foto: Spotify
Varion (Sketch-Youtuber und Platt-Nachwuchslehrer) gegen Papaplatte (Kondomhersteller und Twitch-Megastar) – Foto: Spotify
Drangsal (die Reinkarnation von Hubert Kah) gegen Alli Neumann (die deutsche Antwort auf Pink) – Foto: Spotify

Da sollte also nicht viel schiefgehen, zumal alle so viel Reichweite mitbringen, dass deren Follower allein die weltweiten Podcast-Charts sprengen würden. Wenn es gelingt, die bei diesem Format zu vereinen.

Aber Ratespiele sind halt so eine Sache. Das rutscht schnell ins Kalauermetier ab, weil nur wenig bekannte Gesichter die Chuzpe haben ihre mangelnde Allgemeinbildung öffentlich zur Schau zu stellen. Und manch begnadeter Mime ist vor laufender Kamera im Quiz stumm wie ein Fisch. Gut zu sehen im am Donnerstag ausgestrahlten „Wer weiß denn sowas“ (Folge 797) zwischen Moritz Bleibtreu und Tom Schilling. Da hilft dann auch das beste Skript nichts.

Auf jeden Fall sollten sich Medienschaffende das Experiment zum akustischen Gemüte führen, um mitreden zu können. Ab 15. Januar auf Spotify. Und sollten Zuhörer-Fragen erlaubt sein, ich hätte da eine: Was ist eigentlich ein Markenpromi?

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