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Omikron-Variante

Vor Beginn der CES: Ein Konzept auf wackeligen Beinen

CES Aufmacher

Genug Platz für Corona-Abstand oder gähnende Leere in den Gängen und halbfertige Stände. Wie wird sich die CES ab Mittwoch zeigen? – Foto: Imago / Kyodo News

Zwei Tage vor dem Start der vermeintlich wichtigsten Technologie-Messe erhitzen sich die Gemüter. Die Initiatoren halten am verkürzten Präsenzfahrplan fest, die Kommentatoren halten das für unverantwortlich und die Aussteller sind verunsichert.

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Die CES Las Vegas findet vom 5. bis 7. Januar 2022 statt. Damit wurde sie um einen Tag verkürzt. Der Eintritt folgt der Regel „1G+“ – nur Geimpfte haben Zugang. Es gilt permanente Maskenpflicht. 2020, unmittelbar vor dem Shutdown der Eventbranche, hatte die CES noch 170.000 Menschen in die Hallen gelockt. Das diesjährige Konzept steht auf wackeligen Beinen.

„The Show must go on“, betont Gary Shapiro, Chef des Veranstaltungskomitees – Foto: CES

„The Show must go on“, skandiert Gary Shapiro in jedes Mikrofon. Der Chef der Consumer Electronics Show, hält eisern an der Idee fest, das riesige Event live und mit Publikum stattfinden zu lassen. Auch wenn die Omikron-Variante und die rapide steigenden Zahlen in den USA dazu Anlass geben würden, das Mega-Event wie im letzten Jahr rein digital stattfinden zu lassen.

„Wir sind uns dessen bewusst, dass es Sorgen gibt, dass die CES eine Veranstaltung sein kann, bei der sich die Omikron-Variante weiterverbreitet“, zitiert das Nachrichtenportal „Live Mint“ den CES-Chef. Doch seien die Sicherheitsbestimmungen, die Maskenpflicht und das Erfordernis einer vollständigen Impfung als Maßnahmen ausreichend. Zudem kommen ja weniger Besucher nach Las Vegas und somit sei „genug Platz, um Abstand zu halten“, so Shapiro.

Das sehen Teile der Öffentlichkeit ganz anders. Der Branchendienst „Heise“ listet zwei Dutzend prominente Unternehmen auf, die die Teilnahme an der Veranstaltung als Aussteller abgesagt haben: Amazon, AMD, AT&T, BMW, Google, General Motors, Hisense, IBM, Intel, Lenovo, Magna, Mercedes-Benz, Meta, Microsoft, MSI, Nvidia, OnePlus, Panasonic, Pinterest, Procter & Gamble, T-Mobile, TikTok und Twitter.

Shapiro habe vor allem die kleineren Aussteller im Blick, die bereits große Investitionen in die Präsenz in Las Vegas investiert hätten. 2200 Aussteller haben sich nach Angabe der Veranstalter angekündigt. Auf wie viele Besucher sie stoßen werden, ist fraglich. Stellvertretend für zahlreiche Großunternehmen hat Microsoft bereits angekündigt, seine Mitarbeiter auch nicht als Besucher nach Las Vegas fahren zu lassen.

Auch Ärzte warnen vor Indoor-Event mit Tausenden Besuchern

Auch Medien verzichten darauf, ihre Vertreter nach Nevada zu schicken. Der Heise-Verlag, für dessen Flaggschiff „C´t“ die CES traditionell einer der wichtigsten Saisonhöhepunkte ist, lässt seine Redakteure online recherchieren. In den USA haben bereits „The Verge“, „CNet“, „Engadget“ und „TechCrunch“ zurückgezogen, wie „Heise“ berichtet. Alle vier hatten in den vergangenen Jahren massiv die Berichterstattung aus Las Vegas getragen, inklusive eigener Videoproduktion.

Unterdessen melden sich immer mehr Mediziner zu Wort und fordern Shapiro dazu auf, die Messe ohne Publikum abzuhalten. „Ein Indoor-Event mit Tausenden von Menschen zu diesem Zeitpunkt beinhaltet Risiken, selbst wenn geimpft wurde und Masken getragen werden“, so Vincent Rajkumar, Professor an der Mayo Clinic, gegenüber der Presseagentur AFP.

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