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"Die Lockdown-Macher"

Presserat leitet Verfahren gegen „Bild“ ein

Um diesen Artikel geht es bei dem Verfahren – Foto: Screenshot

Der deutsche Presserat hat ein Verfahren gegen die „Bild“ eingeleitet. Dabei geht es um den umstrittenen Artikel „Die Lockdown-Macher“, der von vielen Seiten scharf kritisiert wurde. Ob die Verantwortlichen eine Sanktion verhängen, wird sich aber erst im nächsten Jahr zeigen.

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94 Beschwerden sind inzwischen beim Deutschen Presserat gegen „Bild“ und „Bild.de“ eingegangen. Aktueller Auslöser dafür ist der Artikel „Die Lockdown-Macher“, der nicht nur in den sozialen Medien für Diskussionen sorgte. Auch die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hatte die Berichterstattung des Springer-Mediums kritisiert (MEEDIA berichtete). In dem Artikel wurden führende Wissenschaftler persönlich für Einschränkungen des öffentlichen Lebens verantwortlich gemacht.

Bereits in der Vorwoche hatte der Presserat mitgeteilt, er prüfe eine Sammelbeschwerde gegen die „Bild“. Schon am 7. Dezember lagen 84 Beschwerden vor. Nun haben die Verantwortlichen ein Beschwerdeverfahren eingeleitet.

Vorwurf: Der Artikel schüre Verschwörungstheorien und Hetze

„Im Mittelpunkt unseres Verfahrens steht die Frage, ob die Redaktion das Wahrhaftigkeitsgebot nach Ziffer 1 und ihre Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex verletzt hat“, so Sascha Borowski, Sprecher des Presserats.

Laut Mitteilung kritisieren die Beschwerdeführer, „der Artikel erwecke den Eindruck, dass Wissenschaftler Corona-Maßnahmen beschließen, für die tatsächlich aber die Politik verantwortlich sei“, so der Wortlaut. Dies schüre Verschwörungstheorien und Hetze auf Wissenschaftler.

Borowski konkretisierte in der Mitteilung ebenfalls, dass sich einige Beschwerdeführer auf die Ziffer 3 des Pressekodex beriefen. Danach müssen Behauptungen, die sich nachträglich als falsch erweisen, von der Redaktion korrigiert werden.

Der Presserat wird über den Fall allerdings erst in seiner nächsten Sitzung entscheiden. Die ist für den 24. März 2022 angesetzt.

So kann der Presserat reagieren

Der Presserat kann als Sanktion einen Hinweis, eine Missbilligung oder öffentliche Rüge aussprechen. Letzteres bedeutet, das betroffene Medium muss diese auch abdrucken. Dem gegenüber gibt es auch nicht-öffentliche Rüge, wo auf den Abdruck verzichtet wird, etwa aus Gründen des Opferschutzes. Gegen Medien der Marke „Bild“ spricht der Presserat regelmäßig Rügen aus, wie die Statistik für das Jahr 2021 zeigt (Liste hier).

An dieser Stelle finden Sie den gesamten Pressekodex

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