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"Diffamierend"

Wissenschaftsorganisationen missbilligen Corona-Berichterstattung der „Bild“

Foto: Imago

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen, ein Zusammenschluss bedeutender Forschungsorganisationen in Deutschland, kritisiert die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung. Das Springer-Blatt hatte am vergangenen Wochenende mit dem Artikel „Die Lockdownmacher“, in dem führende Wissenschaftler persönlich für Einschränkungen des öffentlichen Lebens verantwortlich gemacht wurden, für Diskussionen gesorgt.

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„Gerade in Krisenzeiten braucht die Gesellschaft verantwortungsvollen und faktenbasierten Journalismus“, heißt es in einem Statement der Allianz. Die „Bild“-Zeitung berichte bereits seit dem vergangenen Jahr einseitig über Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit der Bekämpfung des Coronavirus befassen.

Unter der Überschrift „Die Lockdown-Macher“ zeigte die „Bild“ ein Experten-Trio und nannte in der Bildunterzeile die Namen der Wissenschaftler – Screenshot: bild.de

„Dass und auf welche Weise hier einzelne Forscherinnen und Forscher zur Schau gestellt und persönlich für dringend erforderliche, aber unpopuläre Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung verantwortlich gemacht werden (‚Experten-Trio schenkt uns Frust zum Fest‘), ist diffamierend.“ Auch könne eine solche Berichterstattung eine Meinungsklima begünstigen, dass zu körperlicher oder psychischer Gewalt führe.

„Gerade in Krisensituationen und einem ohnehin schon emotionalisierten Themenfeld ist Sachlichkeit in Diskussion und Berichterstattung in besonderer Weise geboten und weitaus zielführender“, so die Allianz. Dem Zusammenschluss gehören zehn bedeutende Organisationen an, darunter die Leopoldina, die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Max-Planck-Gesellschaft sowie der Deutsche Wissenschaftsrat.

th

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