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Medienberichte

US-Finanzinvestor KKR will beim Marktforscher GfK aussteigen

Foto: Imago

Der Marktforscher GfK könnte eine neue Eigentümerstruktur bekommen. Der US-Finanzinvestor KKR, der auch beim Berliner Medienkonzern Axel Springer beteiligt ist, prüft einen möglichen Verkauf seiner Anteile an der Gesellschaft.

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Kohlberg Kravis Roberts – die unter dem Kürzel KKR wohl bekannteste Private-Equity-Gesellschaft der Welt – ist in Deutschland an mehreren Unternehmen im Mediensektor aktiv, so bei Axel Springer oder der Mediengruppe Leonine. Vor gut vier Jahren beteiligte sich der Finanzinvestor auch an der Marktforschungsgesellschaft GFK. Jetzt prüft KKR, sich von seinem Anteil an dem Unternehmen zu trennen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.  Mit dem Verkauf soll KKR die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt haben, heißt es.

KKR besitzt knapp die Hälfte der Anteile an dem traditionsreichen Unternehmen. Bei einem Verkauf könnte der Investor rund 1,5 Milliarden Euro erzielen. Denn derzeit werde die GfK, die 2020 ein Betriebsergebnis von Betriebsergebnis (Ebitda) von rund 200 Millionen Euro verbuchte, offenbar mit drei Milliarden Euro bewertet. KKR, Goldman Sachs und GfK haben zu den Medienberichten Stellungnahmen abgelehnt. 

GfK hatte seit dem Einstieg von KKR und dem Rückzug von der Börse eine harte Sanierung durchlaufen. So soll der Umsatz – vor allem durch Verkäufe und Aufgabe von Geschäften – seit 2016 von etwa 1,5 auf unter eine Milliarde Euro verringert haben, schreibt das „Handelsblatt“. Durch die Schlankheitskur sank die Mitarbeiterzahl von mehr als 13.000 auf 8.000 Beschäftigte. Jetzt sei das Unternehmen wieder profitabel und will wieder mehr umsetzen, heißt es. 

Die GfK ist auf vielen Geschäftsfeldern aktiv. Sie misst  unter anderem Fernsehquoten und bringt den Konsumgüterindex heraus. Doch die Gesellschaft bewegt sich in einem harten Wettbewerbsumfeld. Zur Konkurrenz zählen Analytikspezialisten wie Mu Sigma und Zap Research, die SAP-Tochter Qualtrics sowie Startups wie Roamler und Mixpanel. Weitere Rivalen sind unter anderem die Firma Nielson, die dem Finanzinvestor Advent gehört, sowie Kantar aus dem Portfolio der Private-Equity-Firma Bain. Fraglich ist, ob einer der Konkurrenten an einem Einstieg bei der GfK Interesse zeigt.

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