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Aufhebung des Vertrags

Programmdirektorin Valerie Weber verlässt den WDR

Valerie Weber – Foto: WDR / Annika Fußwinkel

Valerie Weber hört beim WDR auf. Die Programmdirektorin der öffentlich-rechtlichen Anstalt hat um die Aufhebung ihres Vertrages gebeten, wie der WDR am Mittwoch mitteilte. Ihre zweite Amtszeit hätte noch bis 2024 gedauert. Weber begründet ihre überraschende Entscheidung auch mit einem erreichten Meilenstein.

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Vor acht Jahren wurde Valerie Weber zur Hörfunkdirektorin vom WDR gewählt. Seit Beginn ihrer zweiten Amtszeit 2019 war sie dann Programmdirektorin für NRW, Wissen und Kultur. Nun endet ihre Zeit vor Ablauf ihres Vertrages. WDR-Intendant Tom Buhrow hat den Rundfunkrat darüber informiert, dass Weber die öffentlich-rechtliche Anstalt um die Aufhebung ihres Vertrages bittet.

Seit der crossmedialen Strukturreform vor zwei Jahren ist Weber für elf WDR-Landesstudios sowie die Fachressorts Wissen, Wirtschaft und Kultur zuständig. Außerdem leitet sie die sechs Radiowellen und vier Ensembles der Anstalt. Ihre zweite Amtszeit wäre bis zum 30. April 2024 gegangen.

Ende des Jahres: ARD-Vorsitz wechselt vom WDR an den RBB

Weber sagt in der Mitteilung zu ihrem Schritt: „Mit der Übergabe des ARD-Vorsitzes vom WDR an den RBB zum Jahreswechsel geht für mich eine äußerst spannende Aufgabe als Mitglied der ARD-Geschäftsführung zu Ende.“ In diesem Zuge gibt ARD-Vorsitzender Buhrow den Posten an RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ab. „Außerdem ist WDR-intern mit der multimedialen Zusammenführung aller Fachredaktionen sowie der strukturellen und personellen Neuaufstellung der Hörfunkflotte ab 2022 auch ein wichtiger Meilenstein im digitalen Umbau des WDR erreicht“, erklärt Weber weiter.

In der Mitteilung wird unter anderem hervorgehoben, dass sie den Start „vieler erfolgreicher digitaler Angebote begleitet“ hat, etwa rund um die Marke „Quarks“ oder den Instagram-Kanal „Mädelsabende“. Zudem hat sie es geschafft, die Beliebtheit der unterschiedlichen Radiosender zu steigern. 1 Live, WDR 2 und WDR 4 – gleich drei Sender sind auch 2021 unter den erfolgreichsten zehn Radiosendern in Deutschland, teilt der WDR mit.

Buhrow lobt Weber als „eine Kämpferin für agile und neue Strukturen“

Buhrow sagt zu Webers Entscheidung: „Wir respektieren den Wunsch von Valerie Weber, den WDR zu verlassen, auch wenn uns ihre wertvollen Impulse und kreativen Ideen fehlen werden.“ Man verliere mit ihr eine Visionärin für den Public Value des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, so der WDR-Intendant, „eine Kämpferin für agile und neue Strukturen und eine empathische Programm-Managerin, die immer das Publikum im Blick hat. „Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr“, sagt er.

Weber sagt in ihrer Stellungnahme auch: „Ich bin dem Intendanten und den Gremien, die mich in der ganzen Zeit unterstützt haben, sehr dankbar für ihr Vertrauen. Meine Benennung als erste Direktorin ohne öffentlich-rechtlichen Hintergrund war einerseits ein Wagnis, andererseits aber auch ein klares Aufbruchssignal angesichts der notwendigen internen Veränderungen: massiver Einspardruck gepaart mit den Herausforderungen des digitalen Wandels.“

Valerie Weber, eine Karriere im Privatradio

Weber begann ihre journalistische Laufbahn mit einem Volontariat bei Radio Downtown in Erlangen. Nach verschiedenen Stationen wechselte sie 1998 als Programmdirektorin zu Hit-Radio Antenne 1 in Stuttgart. 2004 wurde sie zur Programmdirektorin von Antenne Bayern berufen. Zwei Jahre später wurde sie Geschäftsführerin von Antenne Bayern und Rock Antenne.

„Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen für das Vertrauen und das großartige Engagement, mit dem sie den Weg mitgegangen sind. Zusammen haben wir viel erreicht“, sagt Weber. Wohin es die Noch-Programmdirektorin des WDR als nächstes ziehen wird, ist nicht bekannt.

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