Anzeige

Auslandssender

Deutsche Welle will Antisemitismus-Vorwürfe prüfen lassen

Foto: DW

Die Deutsche Welle (DW) leitet nach einem aufsehenerregenden Bericht der „SZ“ über antisemitische DW-Mitarbeitende eine externe Prüfung der Vorwürfe ein. Der Sender behält sich zudem arbeitsrechtliche Konsequenzen vor.

Anzeige

Der „SZ“-Bericht (€) vom Dienstagabend schildert mehrere Fälle antisemitischer und antiisraelischer Äußerungen von DW-Mitarbeitenden in sozialen Netzwerken oder bei anderen Medien. Vor allem bei Mitgliedern der arabischen Redaktionen hätte es derlei Vorfälle gegeben. Holocaust-Leugnungen, offene Solidaritätserklärungen mit extremistischen Gruppierungen – in dem Bericht fragt Autor Moritz Baumstieger: „Haben die Verantwortlichen bei der Besetzung nicht so genau hin- oder gar aktiv weggeschaut?“

Die Deutsche Welle kündigt nun eine „eingehende“ Aufarbeitung der Vorwürfe an. „Auf Anordnung des Intendanten wird die DW umgehend eine unabhängige externe Untersuchung beauftragen“, heißt es in einer Stellungnahme. Diese werde sich mit den im Artikel genannten Äußerungen der Mitarbeitenden befassen. „Das DW-Gesetz und der Code of Conduct der DW geben klar vor, welche Werte alle Mitarbeitenden der DW zu respektieren und nach innen wie nach außen zu vertreten haben. Der Kodex der Chefredaktion zeigt eindeutig, welche journalistischen Prinzipien sie im Hinblick auf den Umgang mit Antisemitismus beachten müssen“.

DW behält sich Konsequenzen vor

Für den Fall, dass auch diese Prüfung zu dem Ergebnis kommt, dass gegen die Vorgaben verstoßen wurde, behält sich die DW vor, „gegebenenfalls umgehend Konsequenzen“ zu ziehen.

Die jüngsten Vorwürfe sind nicht die ersten Auffälligkeiten mit denen sich die Deutsche Welle befassen muss. Internationale Medien sowie „Zeit“ und „SZ“ berichteten schon im vergangenen Jahr und zu Beginn dieses Jahres über sexuellen Missbrauch, Machtmissbrauch und Rassismus im DW-Netzwerk. Im MEEDIA-Interview im Februar bezog DW-Intendant Peter Limbourg ausführlich Stellung.

th

Anzeige