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Leistungsschutz

Google schließt erste Leistungsschutz-Verträge mit deutschen Verlagen

Foto: Imago

Google hat bekanntgegeben, mit ersten deutschen Publishern Verträge nach dem neuen Leistungsschutzrecht geschlossen zu haben. Die Lizenzverträge beziehen sich demnach auf „erweiterte Vorschauen“ von Publisher-Inhalten. Mit an Bord sind u.a. der „Spiegel“ und die „Zeit“.

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Verträge geschlossen hat Google jetzt mit „Spiegel“, „Zeit“, „Handelsblatt“, „Tagesspiegel“, Ströer („T-Online“), „Golem“ und „Netzwelt“. Dazu gehören dann auch Titel wie „WirtschaftsWoche“, „Watson“, „Giga“, „Potsdamer Neueste Nachrichten“ und „Manager Magazin“. Die jetzt geschlossenen Vereinbarungen basieren auf dem im Juni eingeführten neuen Leistungsschutzrecht, das wiederum eine neue EU-Urheberrichtlinie für Deutschland umsetzt.

Eine Reihe weiterer Gespräche mit großen und kleineren Verlagshäusern befinde sich „in einem fortgeschrittenen Stadium“, teilt der US-Konzern mit. „Spiegel“-Geschäftsführer Stefan Ottlitz sagt zur Einigung: „Der „Spiegel‘ hat seit vielen Jahren mit Google auf mehreren Ebenen eine konstruktive Arbeitsbeziehung aufgebaut und diverse Produktkooperationen erfolgreich vorangetrieben. Auch für das neue Leistungsschutzrecht haben wir eine für beide Seiten vernünftige Lösung gefunden. Wir hoffen, dass sich auch andere von dieser guten Kooperationskultur inspirieren lassen und dass uns diese lange erhalten bleibt.“

„Um unseren Qualitätsjournalismus mit einer wachsenden Redaktion von über 400 Kolleg*innen zu finanzieren. Plattformen wie Google sind dabei für uns wichtige Partner, nicht zuletzt, da sie unseren Webseiten jede Menge Traffic bringen und wir diese Reichweite vermarkten können. Insofern freuen wir uns darüber, dass wir mit Google auch schnell eine Vereinbarung im Rahmen des neuen Leistungsschutzrechtes gefunden haben“, sagt „Zeit“-Geschäftsführer Rainer Esser.

„Sehr kurze Auszüge“ (sog. „Snippets“) fallen nicht unter das Leistungsschutz und würden daher auch nicht vergütet, so Google. „Obwohl das Gesetz den Umfang geschützter Inhalte nicht genau definiert, haben wir uns entschieden, Lizenzverträge für ‚Erweiterte Vorschauen von Nachrichten‘ abzuschließen“, sagt Philipp Justus, Vice President, Google Central Europe in einem Blogpost.

Justus weist einmal mehr darauf hin, dass die Suchmaschine „bei der überwiegenden Mehrheit von Suchanfragen mit Nachrichtenbezug“ keine Anzeigen schalte und Google News komplett anzeigenfrei ist. „Darüber hinaus haben Verlage immer die Möglichkeit, zu entscheiden, ob ihre Inhalte in der Suche angezeigt werden oder nicht sowie darüber, in welchem Umfang ihre Inhalte in einer Vorschau verwendet werden dürfen“, so Justus.

Google kündigt an, Gespräche mit allen deutschen Verlagen fortzusetzen. Justus: „In Kürze werden wir darüber informieren, wie auch andere berechtigte Verlage Zahlungen nach dem neuen Leistungsschutzrecht erhalten können.“

swi

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