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Gastbeitrag von Jan Homann, CEO von Eqolot

Diversity im Influencer Marketing: Fünf Ansätze, wie das funktionieren kann

Foto: Imago

Das Schlagwort „Diversity“ fällt im Influencer Marketing immer öfter. Und viele Brands möchten mitmachen. Doch wie geht man dieses sensible Thema an? Jan Homann, CEO des Brandtech Unternehmens Eqolot, erläutert fünf Ansätze, die helfen können.

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Von Jan Homann

Perfektion und Selbstoptimierung – zwei Wörter, die man mit sozialen Medien verbindet. Vor allem auf Bild-Plattformen wie Instagram. Auch wenn man „Influencer“ googelt, findet man vor allem junge, attraktive und sportliche Menschen, meist Frauen, vor tollen Kulissen. Von Vielfältigkeit keine Spur. Sicher: Auch sie zeigen Diversität, doch ist das längst nicht alles. Und das entdecken zum Glück immer mehr Unternehmen. Denn mit unterschiedlichen Influencer*innen kann man auch unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Und damit auch noch die Toleranz und Offenheit der Gesellschaft fördern. Sicher: Das erfordert ein anderes Mindset, ein Umdenken und etwas Mut. Bei Unternehmen wie bei Werbungtreibenden. Fünf Ansätze, wie es klappen kann:

Über den Autor

Jan Homann ist Gründer und Chief Executive Officer (CEO) des Brand-Tech-Unternehmens eqolot. Seine Schwerpunkte liegen hier im strategischen Social Influencer Marketing sowie in der zugrundeliegenden Technologie.

Auf sein Gründungsdebüt mit dem Anzeigennetzwerk stilanzeigen folgte mit blogfoster eine Plattform für Blogger Marketing, welche mit eqolot um Influencer Marketing erweitert wurde.

Zuvor studierte Jan Homann an der University of Cambridge sowie an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

 

1. Diversity im Unternehmen vorleben

Diversity beginnt im Unternehmen und bei den Mitarbeiter*innen. Authentizität ist das Stichwort. Wird keine Diversität in der Organisation gelebt, kann man sie auch nicht nach außen transportieren. Ein diverses Team ist ein Spiegel der Gesellschaft. Und kann sich so auch am besten in Zielgruppen hineinversetzen. Damit es nicht bei Äußerlichkeiten bleibt, braucht es einen Shift im Denken. Diversity Manager*innen können hier helfen. Als Teil der Personalabteilung beschäftigen diese sich damit, die soziale Vielfalt der Mitarbeitenden zu fördern und konstruktiv für das Unternehmen zu nutzen. So ist es beispielsweise bei der Telekom: Das Unternehmen hat sich speziell zu diesem Thema im Bereich Corporate Social Responsibility Ziele gesetzt und Maßnahmen getroffen, um sich für Frauen, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle und auch Flüchtlinge einzusetzen. Natürlich haben nicht alle Unternehmen dafür Kapazitäten. Solche Aktionen schaffen jedoch ein Bewusstsein für das Thema Diversität und Vielfalt. 

2. Diversity wirklich verstehen

Und das ist nämlich, worum es geht: Vielfalt. Und die findet sich in allen Facetten: Größe, Gewicht, Haarfarbe – also Äußerlichkeiten. Aber genauso bei Religion, Herkunft oder Meinung. Sogenannte “Granfluencer” wie Günther Krabbenhöft alias Hipster-Opa (143.000 Follower auf Instagram) oder auch die kurvige Farina Opoku (1,4 Mio. Follower auf Instagram) sind Medienstars, weil sie dem Stereotyp eben nicht entsprechen. Etwas ambivalent, weil solche Stars natürlich die menschliche Vielfalt zeigen, andererseits aber auch, dass das noch keine Selbstverständlichkeit ist. Ein häufig vergessenes Thema: psychische Krankheiten. Das beste Beispiel dafür: Der YouTube-Channel „Gewitter im Kopf“ – einer der Macher leidet an Tourette-Syndrom. Der Erfolg des Kanals und der einzelnen Videos zeigen, dass die Konsument*innen großes Interesse an diesem Thema haben. Die YouTuber schaffen es, ihren Standpunkt klar zu machen und den Zuschauer*innen eine Krankheit wie das Tourette-Syndrom näher zu bringen. Sie erhöhen damit die gesellschaftliche Akzeptanz dafür und machen enorm viele Klicks: Win-win für beide Seiten. Solche Markenbotschafter sollten sich Brands wünschen und auch angeln.

3. Diversity auch nach innen transportieren

Natürlich möchte man mit einer Influencer-Kampagne die Marke vor allem nach außen stärken und repräsentieren. Und damit letztlich nicht nur Haltung zeigen, sondern auch Sympathie für die Brand erzeugen. Das funktioniert auch sehr gut. Doch jede Kampagne wirkt immer auch nach innen – das gilt genauso für das Influencer-Marketing. Diversity-Influencer:innen können zu wichtigen Botschafter:innen für die interne Kommunikation und damit für die Unternehmenskultur werden. Beispielsweise mit sogenannten Inkluencer*innen, also Influencer*innen, die sich für Inklusion einsetzen. So hat Aktion Mensch gemeinsam mit den Geschwistern Tabea und Marian vom Blog #notjustnow den Hashtag #inkluencer ins Leben gerufen. Alle Social Media Nutzer*innen sind dazu aufgerufen, mitzumachen und so ein klares Statement für Inklusion und damit mehr Diversität zu setzen. Diese positive und motivierende Einstellung färbt natürlich auch auf die Mitarbeiter*innen eines Unternehmens ab.

Jan Homann, CEO von Eqolot – Foto: Unternehmen

4. Die digitalen Tools aufrüsten

Das Mindset steht und gilt übrigens für alle. Egal, welche Branche. Advertiser und Brandtech-Unternehmen sollten zudem auch ihre Technologien entsprechend anpassen. Um die Frage vorweg zu nehmen: Ja, Diversität ist mit KI und Technik vereinbar. Wer sich mit Influencer Marketing beschäftigt, muss immer innovativ sein und sollte die Maschine für sich arbeiten lassen. Nicht umgekehrt. Die Technologien sind da, man muss sie nur nutzen. Agenturen und Netzwerke können dadurch mehr Kriterien in ihre Datenbank und ihr Clustering aufnehmen. Aktuell werden passende Influencer*innen vor allem über Attribute wie Alter, Geschlecht und Follower-Anzahl zusammengestellt. Doch diese Merkmale allein reichen längst nicht mehr aus.

5. Step by Step

Klar, ein Umdenken kann nicht von heute auf morgen stattfinden. Und jede Situation und jedes Bedürfnis ist anders. Nichtsdestotrotz können alle Verbraucher*innen genauso wie Unternehmen und Influencer*innen ihren Beitrag zu einer offenen und diversen Gesellschaft leisten. Schritt für Schritt. Denn natürlich geht es um Wirtschaftlichkeit, strategische Entscheidungen und Zahlen. Das ist für Unternehmen entscheidend. Doch hier schlummert eine weitere große Chance. Denn wie das Beispiel von Gewitter im Kopf bereits gezeigt hat, können Unternehmen ihre wirtschaftlichen Ziele besser erreichen, wenn Sie auf starke, diverse Kanäle setzen. Das ist nicht nur gesellschaftlich wichtig, sondern kann für Unternehmen auch in guten Quartalszahlen münden.

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