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Machtmissbrauch

Ippen veröffentlicht Reichelt-Recherche doch nicht

–Foto: Imago

Ippen hat in einer Mitteilung in eigener Sacher erklärt, dass die Recherche aus dem Investigativ-Team zur Causa Reichelt doch nicht veröffentlicht wird. Die Situation „für einige Quellen unserer Recherche“ habe sich verändert.

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Auf „Merkur.de“ schreibt Ippen-Digital-Chefredakteur Markus Knall unter der Überschrift „In eigener Sache: keine Veröffentlichung zu Reichelt“, dass sich im Zuge der Ereignisse der vergangenen Woche „die Situation für einige Quellen unserer Recherche verändert“ habe. Die Konsequenz für Ippen: „Es ist daher nicht mehr möglich, die Recherche-Ergebnisse wie ursprünglich geplant zu veröffentlichen.“

Julian Reichelt, der Ex-Co-Chef von „Bild“, wurde vom Axel-Springer-Verlag inzwischen von seine Aufgaben entbunden. Vorausgegangen war eine Veröffentlichung in der „New York Times“. Zuvor hatte man sich in der Verlagsgruppe auf Druck der Verlegers Dirk Ippen dazu entschieden, die eigenen Recherchen gegen Julian Reichelt nicht zu veröffentlichen. Schließlich veröffentlichte der „Spiegel“ einen Teil der Recherche zusammen mit den Autoren des Ippen-Investigativ-Teams.

Rückzug nach Zusage

Im Nachgang und nach Kritik am Ippen-Verlag, sagte man am 20. Oktober zu, eine Veröffentlichung zu prüfen. Gegenüber der DPA erklärte Knall, dass die Ergebnisse im „Spiegel“ nicht den kompletten Stand der Recherche abbilden würden. Nach einer intensiven Diskussion im Hause habe man den Punkt erreicht, „dass wir als Redaktion in die Veröffentlichung gehen könnten“.

Vor einer Woche hieß es dazu noch, dass man prüfe, welche Aspekte der Geschichte noch veröffentlichbar sind und wie die Quellenlage sei. „Ob, wann und in welchem Umfang die Geschichte rausgeht, entscheiden wir rein redaktionell“, sagte Knall. Diese Entscheidung ist jetzt gefallen.

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