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Lob für Döpfner vom Mit-Gesellschafter

Springer-Investor KKR: Börsengänge einzelner Segmente möglich

Philipp Freise – Screenshot YouTube / Seven Ventures

Mitten in die Unruhe rund um den Wechsel an der „Bild“-Spitze hinein veröffentlicht das „Manager Magazin“ ein Interview mit Philipp Freise, Private-Equity-Co-Chef Europa des Springer-Großaktionärs KKR. Darin lobt er Springer-CEO Mathias Döpfner überschwänglich. Und erklärt, dass es zwischen den einzelnen Unternehmens-Segmenten keine Synergien gebe.

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„Grundsätzlich ist die Idee, dass die Geschäfte in sich Synergien erzielen und innerhalb ihrer spezifischen Märkte wachsen“, sagt Freise im Interview mit dem „Manager Magazin“ (€). Die Geschäftsbereiche von Axel Springer sind im wesentlichen Classifieds Media (also digitale Kleinanzeigen), News Media (das klassische Medien-Geschäft) und Marketing Media (Reichweitenvermarktung und Performance Vermarktung).

Der Fokus von KKR liege nicht darauf, zwischen diesen unterschiedlichen Geschäften Synergien zu schaffen, so Freise weiter. Das ist jetzt nicht so sonderlich überraschend – wo sollten die Synergien vor allem zum klassischen Mediengeschäft auch zu finden sein? Trotzdem ist die Aussage für sich genommen bemerkenswert, denn sie weist auf eine mögliche Exit-Strategie von KKR bei Springer.

Aus Finanzkreisen hat das „Manager Magazin“ erfahren, dass KKR separate Börsengänge der einzelnen Segmente erwäge, um in einigen Jahren wieder auszusteigen. Freise dementierte diese Pläne im Interview nicht. „Welche der vielen Möglichkeiten die passende ist, müssen wir zu gegebener Zeit evaluieren“, sagte er auf die Frage, ob die einzelnen Segmente auch separat an die Börse gehen könnten. Freise: „Springer ist ein Juwel, für das es viele Möglichkeiten gäbe.“

Nun wurde Springer mit dem Einzug von KKR gerade erst von der Börse genommen und es ist bekannt, dass sowohl Friede Springer als auch Mathias Döpfner keine Freunde der Börsennotierung sind. Ein separater Börsengang des News Media Geschäfts dürfte daher unwahrscheinlich sein. Am ehesten käme diese Option für das lukrative Segment der Digital Classifieds in Frage. 

Das „MM“-Interview wurde vor der Abberufung von „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt infolge neuer Vorwürfe wegen Machtmissbrauchs geführt, Im Interview lobte Freise Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner überschwänglich. Dieser sei ein „außergewöhnlicher Unternehmer und großartiger Visionär“. KKR vertraue Döpfner auch bei dem angeblich eine Milliarde Dollar teuren Kauf des US-Politikmediums Politico „voll und ganz“. „Er hat eine fantastische Erfolgsgeschichte geschaffen“, so Freise.

swi 

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