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Online-Kurse, Forschung und Expertengespräche

Reuters Institute will Journalisten bei der Arbeit zum Klimawandel helfen

Der Klimawandel gilt als die drängendste Herausforderung unserer Zeit. Auch im Journalismus nimmt das Thema mehr und mehr Platz ein. Das Reuters Institute widmet sich dem Feld nun in einem neuen Projekt und hat ein weltweites Netzwerk gestartet.

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Oxford Climate Journalism Network – so heißt das neue Projekt vom Reuters Institute. Jene Einrichtung, die jährlich unter anderem den viel beachteten News Report veröffentlicht. Nun möchte man Journalistinnen und Newsroom-Verantwortlichen bei der Berichterstattung über den Klimawandel unterstützen. Dabei soll es auch darum gehen, wie sich Nachrichtenmedien diesem Thema nähern und wo es Entwicklungspotenzial gibt.

Geleitet wird das Projekt von den Mitgründern Meera Selva und Wolfgang Blau. Selva ist stellvertretende Direktorin des Reuters Institute, hat davor etwa für die Associated Press und die „Handelsblatt Global Edition“ gearbeitet. Blau dagegen ist Beiratsmitglied und derzeit Gastforscher, früher war er unter anderem Chefredakteur bei „Zeit Online“ und globaler COO bei Condé Nast. Im ersten Jahr bekommen die Verantwortlichen für ihr Anliegen einen Zuschuss der European Climate Foundation in Höhe von 477.170 Pfund (etwa 562.000 Euro).

So möchte das Reuters Institute den Journalisten unter die Arme greifen

Warum das Thema für den Journalismus so wichtig ist? Nachrichtenmedien sind nach wie vor die am häufigsten genutzte Informationsquelle über den Klimawandel, heißt es in der Ankündigung. Damit sie den Menschen helfen können, die Realitäten des Klimawandels zu verstehen und wie man darauf reagieren kann, müssen freilich auch die Redakteure und Journalistinnen die Auswirkungen auf lokaler und globaler Ebene sowie die Verschränkungen verschiedener Bereiche durchdrungen haben.

Das nun initiierte global angelegte Netzwerk möchte also journalistische Kompetenzen sowohl ausbauen und stärken als auch vermitteln, dass der Klimawandel mit vielen verschiedenen Facetten unseres Lebens zusammenhängt und sich darauf auswirkt. „The accelerating climate crisis poses questions to all verticals of a news organisation, whether that is in their science, politics, business, culture, health, lifestyle, technology or sports journalism“, so Blau.

Wolfgang Blau beschreibt in einem Gastbeitrag die Bedeutung des Klimawandels für die Medien

Konkret sind vier Elemente angekündigt:

  • Online-Kurse, die den Teilnehmenden über einen Zeitraum von sechs Monaten bei der Ermittlung relevanter Quellen helfen sollen, aber auch Sitzungen mit Experten anbieten oder Kontakt zu Kollegen anderer Medien herstellen.
  • Leadership-Programme für leitende Redakteure oder Newsroom-Verantwortliche.
  • Stipendien für erfahrene Journalisten, die in Oxford an Projekten zu Aspekten im Umgang der Medien mit dem Klimawandel arbeiten.
  • akademische Forschung, etwa dazu, wie Menschen auf Nachrichten zum Klimawandel zugreifen und ob und wie sie diese weitergeben.

Welche Rolle der Klimawandel für den Journalismus aus Wolfgang Blaus Sicht spielen wird, lässt sich in einem Gastbeitrag von ihm im „Journalist“ nachlesen. Dort sagt er etwa: „Es ist zu erwarten, dass die Klimakrise und die Diskussion um unsere Antworten darauf das am härtesten umkämpfte Themenfeld im Journalismus werden.“ Er gibt auch Anregungen, wie Redaktionen sich darauf vorbereiten können und zeigt zudem Parallelen zwischen der Corona- und Klima-Berichterstattung auf.

Welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, um an den Kursen teilzunehmen bzw. um Mitglied des Netzwerks zu werden, lesen Sie hier nach. Dort gibt es auch einen Link zu einem Anmeldeformular.

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