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Inbound 2021

Darum müssen Marketer Hubspots Inbound auf dem Schirm haben!

Cynt Marshall

Cynt Marshall, die Geschäftsführerin der Dallas Mavericks, ist die erste schwarze Frau, die jemals ein Basketballteam geleitet hat – Foto: Hubspot / Screenshot

Die Inbound ist die Konferenz für Praktiker. Dieses Jahr dehnt sich das weit über Marketing-Taktiken hinweg aus in Richtung Umweltschutz, Inklusion und Diversity. Aber die Botschaft bleibt gleich: Nicht nur Reden, sondern Machen.

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Die DMexco ist kaum vorbei, schon läuft die Inbound, eine der ganz großen digitalen Marketing-Konferenzen, ausgerichtet von Hubspot. Und auch das ist „the new normal“: Während in den Jahren vor 2020 der Buzz vor den Großereignissen Woche für Woche spürbar anstieg, ist in Zeiten inflationär ausgebreiteter Digital-Events (am zweiten Tag der DMexco startete die DigitalX), die Aufmerksamkeitsspanne extrem kurz. Wer nicht schon einmal in Boston auf der Inbound war oder wer nicht Hubspot-Software nutzt, hatte diesen Termin vermutlich gar nicht auf dem Schirm.

Und das ist ein gewaltiger Fehler. Es gibt wohl kein Event auf dem Planeten (Disclaimer: Ich habe 2019 selbst 50 Veranstaltungen moderiert), das das tägliche Arbeiten der Marketer mehr beeinflussen kann, als die Inbound. Es geht praktisch ausschließlich um Praxis. Wie verkaufe ich mehr Tickets für mein Online-Event? Welche Möglichkeiten haben B2B-Unternehmen, um virtuelle Produkte (z.B. Beratung) zu verkaufen? Wie transformiere ich ein Traditionsunternehmen zu einem modernen, diversen, digitalen Betrieb?

Aber der Fehler lässt sich noch korrigieren. Die Inbound läuft noch zwei Tage und ein paar der Sessions werden sogar wiederholt. Highlight am morgigen Mittwoch ist beispielsweise „The Possibility of a Greener Future“ von Dennis Woodside, dem Präsidenten von Impossible Foods. Mithin also einer Company, die die erfolgreiche Kombination aus Business und Umweltschutz längst unter Beweis gestellt hat. Ein Praktiker eben.

Und für die, die den ersten Tag verpaßt haben, hier ein paar Highlights.

Cynt Marshall eröffnete die Inbound 2021

 36 Jahre lang arbeitete Cynt Marshall in unterschiedlichen Positionen bei AT&T. Zuletzt bekleidete sie den Posten der Personal-Chefin und Diversitäts-Beauftragten des Telekommunikationskonzerns. Kurz nach ihrem Ausstand im Mai 2018 erhielt sie einen Anruf von Mark Cuban, dem Besitzer des Basketballteams Dallas Mavericks. Er fragte sie, ob sie sein Team als Geschäftsführerin leiten wolle. Kurz zuvor hatte Dirk Nowitzki den Twyman-Stokes Teammate of the Year Award gewonnen, als wertvollster Teamplayer in der NBA.

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Cynt Marshall stellt für sich fest, dass man auch mal hart sein muss, um eine Diversity-Strategie durchzusetzen – Foto: Hubspot / Screenshot

Aber das Teamplay im Verein war einseitig. „Bei meinem ersten Board-Meeting stellte ich fest, dass im gesamten Vorstand keine einzige Frau und auch keine Person anderer Hautfarbe teilnahm“, erzählte die US-Amerikanerin im Interview auf der Hubspot Inbound. „Das stand in krassem Gegensatz zu dem, was auf dem Platz stattfand. Das Team war sehr divers.“

Nach 100 Tagen hatte die erste schwarze Frau, die jemals ein Basketballteam leiten durfte, den Vorstand umgekrempelt. „Dann war die Hälfte des Vorstands weiblich und 47 Prozent hatten einen ethnischen Hintergrund aus dem Ausland.“ Rückblickend sieht Marshall diese personelle Maßnahme als wichtigsten Baustein, der dazu beitrug, dass die Mavericks inzwischen eine viel breitere Bevölkerungsschicht als Fans hinter sich vereinen. Wohlgemerkt: Die Mavericks sind in einer der konservativsten Regionen der USA zuhause.

Auf die Frage der Interviewerin Amy Bernstein von der Harvard Business Review, was wohl der Grund sei, warum so viele Manager über Inklusion und Diversity sprechen, es aber nicht hinbekommen, antwortet die 61-Jährige: „Inklusion bedeutet auch, dass man von Anfang an die Mitarbeiter ins Boot holt, um einen Transformationsprozess zu organisieren. Das tun viele Leader nicht. Aber nur dann erfahren sie, was es wirklich braucht, wie teuer das ist und welchen Stein man ins Rollen bringen muss, um etwas zu verändern. Und außerdem braucht es eben auch die Robustheit um auch einmal unbequeme, personelle Entscheidungen durchzusetzen. Da hatte ich als ehemalige HR-Chefin natürlich längst ein dickes Fell.“

Conversational Business

Schon vor dem ersten offiziellen Highlight, dem Interview mit Cynt Marshall, gab es bereits eine Handvoll Praxissessions zu unterschiedlichen Marketingthemen. Eine Sprecherin, die Ihr Publikum förmlich vom Hocker riss, war Kim Orlesky, die Geschäftsführerin der KO Advantage Group. Ihr Thema – Virtual Selling – war ziemlich abstrakt und so konzentrierte sie sich darauf, das Phänomen zu definieren und herzuleiten.

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Kim Orlesky präsentierte Studien zu Conversational Business, mit unglaublicher Verve vor der Kamera – Foto: Hubspot / Screenshot

Es geht dabei nicht darum, alle Schritte des Kaufprozesses zu digitalisieren, sondern so viele wie möglich und in einer Reihenfolge, die Sinn ergibt. Im Idealfall erarbeitet das Team auch komplett digitale Produkte, die ohne jeden Medienbruch transferiert werden können. Als Beispiel nannte Kim eine Anwaltskanzlei, die Onlineberatung verkauft.

Die meiste Zeit ihrer Präsentation verwendete Kim Orlesky allerdings auf die Herleitung, warum Conversational Business immer wichtiger wird. Kim zeigte 30 unterschiedliche Studien und Umfragen, die Indikatoren lieferten, warum der Direktkontakt zwischen Unternehmen und Kunden auch im B2C wieder mehr Bedeutung gewinnt. Zum Beispiel halten sich 65 Prozent der Unternehmen für user-centric, aber nur 23 Prozent der Kunden sind der gleichen Meinung. „Ich werfe den 65 Prozent nicht vor, dass sie sich täuschen. Ich werfe den 35 Prozent anderen vor, dass sie es nicht einmal versuchen“. Bäm.   

Virtuelle Konferenzen

Das Begeisternde an Kim Oleskys‘ Vortrag war auch die hervorragende Kamerapräsenz der Sprecherin. Sie stand vor der Kamera, verwendete Gegenstände aus ihrem Büro, um Metaphern zu visualisieren und war sich nicht zu schade, die Pain Points der Kunden mit echten Schmerzensschreien zu begleiten.

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In den Pausen zwischen den Sessions vermarktet Hubspot Video-Inventare – Foto: Hubspot / Screenshot

In diesen letzten 18 Monaten hat sich die Szene der virtuellen Konferenzen und Vorträge gewaltig verändert. Von ersten unbeholfenen Versuchen im eigenen Gaming -Chair, hin zu dem hoch professionellen Setup, dass die meisten Speaker bei der Inbound zeigen. Auch die Plattform selbst hat sich stark weiterentwickelt. Man hat gelernt, dass der 3D-Ansatz von letztem Jahr eine Kopfgeburt war. Die 3D-Bilder nutzt man nur noch zur Illustration. Gleichzeitig sind aber die Interaktionsmöglichkeiten weit besser geworden, und für jedes Like, jede Frage, die der Zuschauer hinterlässt, erntet er Bonuspunkte.

Das ist auch einer der besten Tipps von Jonathan Kazarian dem Gründer von Accelevents. Gamefication ist ein gutes Mittel, um nachlassende Aufmerksamkeit bei Online-Events immer wieder aufzufrischen.

Head for Inbound

Das ist nur ein kurzer Ausschnitt der ersten Stunden der Inbound-Show aus Boston. Es wird weitere Artikel über Einzelthemen geben. Die sind hoffentlich empfehlenswert. Aber ehrlich: Wesentlich empfehlenswerter wäre, wenn sie JETZT noch mindestens das kostenlose Ticket buchen. Dann können Sie heute um 21 Uhr zum Beispiel Dawn Ostroff von Spotify zuhören, wie man die Werbepower des Audiodienstes am Besten nutzen kann.   

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