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Peter Stamm, Angela Merkel, Bob Ross

Dieses Feature über Angela Merkel sollten Sie gehört haben

Kanzlerin Angela Merkel – Foto: Imago Images

Die Bundestagswahlen stehen vor der Tür – und damit auch das Ende der Ära Merkel, die auch Teil dieses After Works ist. Außerdem empfiehlt die MEEDIA-Redaktion einen Roman von Peter Stamm und eine Doku über den TV-Maler Bob Ross.

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Nils Jacobsen empfiehlt: „Das Archiv der Gefühle“ – Peter Stamm

Wenn es überhaupt einen deutschsprachigen Schriftsteller gibt, auf den sich das Feuilleton immer einigen kann, dann ist es wohl Peter Stamm. Der inzwischen 58-jährige Schweizer ist der Liebling aller Intellektueller (und solcher, die es sein wollen). Sein Sound darf in keinem Grundkurs fürs kreative Schreiben fehlen: Stamm ist ein Meister der reduzierten, pointierten Sprache – und der skurrilen Plots über die Irrungen und Wirrungen von Midlife-Männern. Im neuen Roman „Das Archiv der Gefühle“ treibt Stamm seine Meisterschaft auf die Spitze. Spannend zu lesen, allerdings möchte man einem Sonderling wie dem Protagonisten, der sich nach seiner Pensionierung komplett dem Einsiedlertum verschrieben hat und nur noch von seinen Erinnerungen (an seine Jugendliebe) lebt, im Alltag eher nicht begegnen …

Tobias Singer empfiehlt: „Merkel-Jahre“ vom Deutschlandfunk

Bundeskanzlerin Merkel – Foto: Imago Images

Angela Merkel ist überall – zum Ende von 16 Jahren Kanzlerschaft gibt es zahlreiche Dokus, Talks und Titelseiten. Aus diesem Dickicht sticht ein Feature im Deutschlandfunk heraus. Stephan Detjen und Tom Schimmeck nehmen den Hörer mit auf eine Zeitreise. Die startet mit Angela Dorothea Kasner vor 1989 in der Uckermark, begleitet den Shootingstar der Wendepolitik vom Demokratischen Aufbruch zu Kohls Mädchen, den Sturz des Kanzlers, die Kämpfe in der Union bis zur “mächtigsten Frau der Welt”. Begleitet wird das alles von Zeitzeugen. Prädikat: Hörenswert. 

Ben Krischke empfiehlt: „Bob Ross: Glückliche Unfälle, Betrug und Gier“ auf Netflix

Ziemlich genau 28 Minuten Zeit hatte der Maler Bob Ross während einer Folge seiner Erfolgssendung „The Joy of Painting“, um ein Landschaftsbild zu malen. Dass er dabei auch noch kleine Anekdoten flüsterte oder sein berühmtestes Zitat formulierte, wonach Fehler beim Malen keine Fehler seien, sondern „happy little accidents“, hat ihn zum Weltstar der TV-Malerei werden lassen. Es hätte so schön sein können. Wäre da nicht der Krebs, an dem zuerst seine Frau, dann er verstarben. Und wären da nicht zwei Geschäftspartner, die bis heute jedes Jahr Millionen mit seinem Namen scheffeln – während der eigene Sohn keinen Cent bekommt. Diese Doku handelt vom Aufstieg des Bob Ross und vom erbitterten Streit um sein Erbe. Die Streit-Perspektive mag einseitig sein, da nur eine Seite zu Wort kommt. Es ist trotzdem eine sehenswerte Reise in das Leben und Schaffen des Malers, dessen einziges Ziel immer gewesen zu sein scheint, dass die Menschen durch die Malerei ein kleines bisschen glücklicher werden.

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