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Konsequenzen

WDR setzt Start von „Quarks“-Moderatorin El-Hassan vorerst aus

WDR-Funkhaus – Foto: Imago / Future Image

Der WDR zieht Konsequenzen aus der Teilnahme von Nemi El-Hassan an einer antisemitischen Demonstration in Berlin. Eigentlich sollte sie Anfang November erstmals die Wissenschaftssendung „Quarks“ moderieren. Den geplanten Start setzt das Haus nun vorerst aus.

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Nach den Vorwürfen gegen die neue „Quarks“-Moderatorin Nemi El-Hassan hat der WDR nun reagiert. Der geplante Start der Moderatorin wird vorerst ausgesetzt, wie es in einer Mitteilung des Senders heißt. „Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer. Es wiegt aber auch schwer, einer jungen Journalistin eine berufliche Entwicklung zu verwehren. Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung geboten“, so der WDR.

El-Hassan hatte 2014 an der Al-Quds-Demonstration und weiteren Demos teilgenommen. Bei den alljährlichen Al-Quds-Demonstrationen in Berlin waren in der Vergangenheit immer wieder antisemitische Parolen gerufen und Symbole der pro-iranischen libanesischen Hisbollah-Bewegung gezeigt worden. Gegen die Hisbollah hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ein Betätigungsverbot erlassen. Am Al-Quds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem.

Die „Bild“ hatte zuerst über die Teilnahme berichtet. Die Journalistin hat sich inzwischen auch öffentlich davon distanziert. Ihre Management-Agentur teilte am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ein Statement El-Hassans mit: „An den Al-Quds-Demos vor sieben Jahren in Berlin teilzunehmen, war ein Fehler.“

In dem Statement der 28-Jährigen hieß es weiter zu ihrer damaligen Teilnahme: „Keinesfalls habe ich während der Demo antisemitische Parolen von mir gegeben, noch Menschen jüdischen Glaubens körperlich angegriffen.“ Während Ausschreitungen sei sie nicht zugegen gewesen. Ihr sei es wichtig, sich gegen Hass und Gewalt zu positionieren. Ihr Anliegen sei gewesen, Solidarität mit Palästinenserinnen und Palästinensern auszudrücken. „Die Mittel waren die falschen, das sage ich heute mit Nachdruck. Ich distanziere mich daher klar und ausdrücklich von den Al-Quds-Demos, sowie weiteren Demonstrationen in einem ähnlichen Kontext. Ich verurteile jegliche antisemitischen Äußerungen und Aktionen, sämtliche Arten von Gewalt und insbesondere die Gewalt, die auf diesen Demos stattgefunden hat“, hieß es weiter in dem Statement (MEEDIA berichtete).

Der WDR betont in seiner Stellungnahme: „Nemi El-Hassan hat versichert, ihre Teilnahme an den in Frage stehenden Demonstrationen in der Vergangenheit zu bereuen und sich davon komplett abgewendet zu haben.“ Zudem teilt die öffentlich-rechtliche Anstalt mit: „Der WDR duldet keinerlei Form von Antisemitismus und verurteilt die Al-Quds-Märsche und die Positionen, die dort vertreten werden, auf das Schärfste.“

tb

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