Anzeige

Teilnahme am Al-Quds-Marsch

Antisemitismus-Vorwürfe gegen neue „Quarks“-Moderatorin Nemi El-Hassan

Florence Randrianarisoa (l.) und Nemi El-Hassan verstärken das Team der WDR-Sendung "Quarks". El-Hassan sieht sich nun allerdings mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert – Foto: WDR

Kürzlich gab der WDR bekannt, zwei neue Moderatorinnen für die Wissenssendung „Quarks“ anzuheuern. Eine der beiden Ärztinnen – Nemi El-Hassan – sieht sich nun mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert.

Anzeige

Die 28-jährige Ärztin und Journalistin nahm laut „Bild“ unter anderem vor einigen Jahren an dem von Kritikern als israelfeindlich deklarierten Al-Quds-Marsch in Berlin teil. Während der jährlich stattfindenden, allerdings 2021 abgesagten sogenannten Al-Quds-Versammlungen werden nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes seit Jahren auch immer wieder
israelfeindliche Parolen skandiert, darunter etwa Forderungen nach der Vernichtung Israels. Ein entsprechendes Foto, das El-Hassan mit Kopftuch auf der Demonstration im Jahr 2014 zeigt, hat das Springer-Blatt jüngst ebenfalls veröffentlicht.

Für Wirbel sorgt des Weiteren El-Hassans Aussage zum Begriff „Dschihad“ in einer 2015 von der Bundeszentrale für Politische Bildung veröffentlichten Videos, in dem sie eine Missinterpretation des Wortes anprangert. Gegenüber der „Bild“ stellt sich der WDR vor seine Moderatorin und beklagt etwa, dass das Video von der „Bild“ aus dem Kontext gerissen und sechs Jahre alt sei. Man könne keine „Relativierung“ des Dschihad erkennen. Ebenfalls für Kritik sorgt ein Tweet von El-Hassan aus dem Mai diesen Jahres:

El-Hassan ist laut WDR-Biografie Journalistin, Medienmacherin und Ärztin. Ihr Medizinstudium hat sie an der Berliner Charité absolviert. Sie ist Mitbegründerin des YouTube-Kanals „Datteltäter“, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, „in satirischen Videos mit Vorurteilen gegenüber Muslim:innen aufzuräumen“. 2018 wurde sie für ihre Arbeit für das Funk-Format „Jäger & Sammler“ mit dem Europäischen CIVIS Online Medienpreis ausgezeichnet und 2020 für den Grimme-Preis nominiert.

Als weitere neue Moderatorin hat der WDR außerdem Florence Randrianarisoa verpflichtet; auch sie Ärztin und Journalistin. Randrianarisoa studierte zuerst Medienkulturwissenschaft und Medienmanagement in Köln und Rom. Danach Humanmedizin, ebenfalls in Köln und im karibischen Fort-de-France. Nach ihrer Promotion und mehreren Jahren als Ärztin im Krankenhaus arbeitet Florence Randrianarisoa mittlerweile als Medizinjournalistin und Moderatorin.

bek

Anzeige