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Wahlspots zur Bundestagswahl

Linke mit ein bisschen Humor, CSU mit ganz viel Pathos

Wahlspot der CSU zur Bundestagswahl 2021 – Foto: Screenshot YouTube

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 26. September haben jüngst auch die Linke und die CSU ihre Wahlwerbespots veröffentlicht. Die Linke versucht’s mit Humor, die CSU setzt auf Pathos.

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Nach aktuellen Prognosen zur Bundestagswahl, liegt die Partei Die Linke je nach Meinungsforschungsinstitut derzeit bei sechs beziehungsweise sieben Prozent. Damit läuft sie durchaus Gefahr, am 26. September knapp an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

Als Spitzenkandidaten treten Dietmar Bartsch und Janine Wissler zur Bundestagswahl an. Im offiziellen Wahlwerbespot der Partei spielen die beiden allerdings keine Rolle. Laut Drehbuch kehrt ein Mann nach 16 Jahren von einer einsamen Insel zurück. Eine Anspielung auf 16 Jahre Regierung Merkel. Beim Abendessen mit Freunden spricht er politische Themen an, die ihn damals umtrieben.

„Ozon-Loch, ist das noch ein Ding?“, fragt er. Und: „Hartz IV, das gibt’s doch nicht mehr, oder?“. Bedröppeltes Schweigen am Tisch. Die Botschaft ist klar: In den vergangenen 16 Jahren haben die Regierungsparteien zu viel versäumt. Deshalb im September die Linke wählen. Kann man so machen. Interessanter wäre aber vielleicht gewesen, eigene Inhalte zu präsentieren, statt nur zu bemängeln, die anderen könnten nichts.

Der Wahlwerbespot der CSU ist dagegen ein ziemliches Kontrastprogramm. Dort die hippe Multikulti-WG, hier der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der mit seiner CSU auf ihn als Person und viel Pathos setzt. Mal radelt er über einen Fahrradweg, mal sitzt er im Grünen, mal streichelt er einen Grashalm. Eine Anspielung auf Ridley Scotts Kino-Epos „Gladiator“?

„Wir stecken in einem unglaublichen Gewirr von Stimmungen, Lobby-Gruppen, zum Teil extremen Positionen“, beklagt Söder zu Anfang, während er oben auf einem grünen Hügel sitzt. „Nun braucht es jemanden, der das ganze zusammenführt, das zusammenhält“, sagt Söder dann. Es ist das alte CSU-Narrativ von Stabilität einerseits und Erneuerung andererseits, welches auch für diesen Wahlwerbespot wieder aufgegriffen wird. Und freilich geht es darin auch um den Planeten: „Ich möchte nicht, dass wir unseren Kindern eine Welt schlechter übergeben, als wir sie übernommen haben“, sagt Söder.

Söder spricht im Wahlwerbespot viel von „Ich“, etwas weniger von „Wir“. Außerdem davon, dass die CSU „das Copyright für die Interessen Bayerns auf Bundesebene“ habe. Das klingt ganz nach der guten, alten CSU. Das Video selbst hätte fast genau so – nur mit ausgetauschten Protagonisten freilich – aber auch bei den Grünen laufen können. Und war da nicht noch wer? Ahja, der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet. Auf den gibt es im Wahlspot keinen Hinweis – nicht einmal subtil.

CSU-Spot

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