Anzeige

"Zeit", "Spiegel" und "Bild"

Gegen ihren Willen ausgeflogen: Journalisten beklagen Behinderung durch US-Militär

Flughafen in Kabul – Foto: Imago / UPI Photo

Immer mehr deutsche Journalisten berichten von einer Behinderung durch US-Soldaten am Kabuler Flughafen bei ihrem Versuch, ins Zentrum der afghanischen Hauptstadt zu gelangen. Nachdem bereits „Bild“-Vize Paul Ronzheimer am Mittwochen davon betroffen war, haben nun auch „Zeit“ und „Spiegel“ von Vorfällen berichtet.

Anzeige

Am Donnerstag teilte die Zeit-Verlagsgruppe mit, dass „Zeit“-Reporter Wolfgang Bauer und der für die Wochenzeitung tätige freie Fotograf Andy Spyra am Vormittag gegen ihren Willen nach Doha ausgeflogen worden seien. „Sie wurden von US-Militärs mit dem Hinweis zur Ausreise gezwungen, die Entscheidung sei mit Unterstützung der deutschen Diplomaten vor Ort getroffen worden.“

Die Journalisten seien am Mittwochmittag in Kabul gelandet und wollten den „Zeit“-Angaben zufolge aus der Stadt berichten und sich um die Ausreise von lokalen Mitarbeitern und deren Angehörigen bemühen.

„Spiegel“, „Bild“ und „Guardian“ ebenfalls betroffen

Der „Spiegel“ berichtete, dass neben den beiden „Zeit“-Journalisten auch sein Reporter und Afghanistan-Spezialist Christoph Reuter gegen seinen Willen nach Doha ausgeflogen worden sei. „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann wird in dem Bericht zitiert: „Es ist wichtig, dass Journalisten, die sich auskennen, in der gegenwärtigen Situation über die Lage in Afghanistan berichten können.“ Er betonte: „Es kann nicht sein, dass Journalisten von staatlichen Stellen an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden.“

Bereits am Mittwoch hatte der stellvertretende Chefredakteur der Boulevardzeitung „Bild“, Paul Ronzheimer, aus Kabul über Twitter berichtet, dass US-Soldaten ihm den Weg in die Stadt verwehrt hätten. Er musste demnach auch nach Doha in Katar zurückfliegen. Ähnlich äußerte sich eine Journalistin, die unter anderem regelmäßig für den „Guardian“ arbeitet.

Anzeige