Anzeige

"Black Widow"-Darstellerin

Disney will außergerichtliche Einigung mit Scarlett Johansson

Scarlett Johansson als Black Widow – Foto: IMAGO / Cinema Publishers Collection

Im Rechtsstreit wegen Vertragsbruchs hat Disney „Black Widow“-Hauptdarstellerin Scarlett Johansson einen außergerichtlichen Vergleich nahe gelegt. Deren Anwalt lehnt den aber ab.

Anzeige

Die Fronten im Rechtsstreit zwischen „Black Widow“-Hauptdarstellerin Scarlett Johansson und Disney verhärten sich zusehends. Wie berichtet, hatte Johansson Ende Juli vor dem Supreme Court in Los Angeles Klage gegen das Studio wegen Vertragsbruchs eingereicht. Hauptkritikpunkt ist die Auswertung des Films, der gleichzeitig im Kino und beim Streamingdienst Disney+ gestartet worden war. Johansson führt aber ins Feld, dass ihre Gage für die Mitwirkung an dem Film größtenteils auf dessen Boxoffice-Ergebnissen basieren würde und ihr von Marvel zugesagt worden war, dass „Black Widow“ einen exklusiven Kinostart bekommen werde.

Disney hat erneut auf die Vorwürfe reagiert und Johansson eine außergerichtliche Einigung angeboten. Wie US-Medien berichten, habe der Anwalt des Studios, Daniel Petrocelli, gleichzeitig betont, dass Disney sich an seine Zusage gehalten habe, dass der Film einen breiten Kinostart bekommen werde. In dem Vertrag mit Johansson sei aber nicht von einem exklusiven Kinostart die Rede gewesen. Außerdem sei Disney bereit gewesen, die Streaming-Erlöse in die Berechnung von Johanssons Gage einzubeziehen.


Disney erholt sich von Corona-Krise – Umsatz kräftig gestiegen


Petrocelli betonte auch, dass „Black Widow“ vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Pandemie gute Ergebnisse geliefert habe. Der Film habe an seinem Eröffnungswochenende in den USA 80 Millionen US-Dollar eingespielt. Damit habe er zwar unter den Zahlen der Marvel-Filme vor der Corona-Pandemie gelegen, aber zehn Millionen Dollar über dem Startergebnis von „Fast & Furious 9“, der ausschließlich im Kino gestartet war.

Der Vorschlag Disneys auf einen außergerichtlichen Vergleich stieß bei Johanssons Anwalt John Berlinski auf wenig Gegenliebe. „Nachdem Disney auf die Anklage sofort mit einem frauenfeindlichen Angriff gegen Scarlett Johansson reagiert hat, versucht man jetzt – was vorherzusehen war –, das Fehlverhalten in einer einvernehmlichen Vereinbarung unter den Teppich zu kehren. Warum hat Disney solche Angst davor, den Prozess öffentlich auszutragen? Weil sie wissen, dass das Versprechen von Marvel, ‚Black Widow‘, wie seinen anderen Filmen auch, einen typischen Kinostart zu gewähren, damit zusammengehangen hätte, dass Disney die Boxoffice-Zahlen nicht zugunsten der Abozahlen von Disney+ hätte kannibalisieren können. Und genau das ist jetzt passiert – und wir freuen uns darauf, die erdrückenden Belege, die das beweisen, vorzulegen.“


Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Blickpunkt:Film, das wie MEEDIA zum Verlag Busch Glatz gehört.

Nichts mehr aus der Medien- und Markenwelt verpassen: Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter.

Anzeige