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Deepfake in der Werbung

Bruce Willis schickt seinen Avatar ans Set

Bruce Willis hat für MegaFon Werbespots gedreht, ohne jemals am Set gewesen zu sein – Foto: MegaFon / Screenshot

Zwei Millionen Dollar soll Bruce Willis dafür bekommen haben, dass er seinen Deepfake einem russischen Mobilfunkunternehmen für Werbespots zur Verfügung stellte.

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Für den russischen Mobilfunkprovider MegaFon drehte der Fake-Willis eine Serie von Werbespots, ohne dass sein Alter Ego auch nur einen Finger am Abzug krumm machen musste.

Der Deepfake wurde mit Daten aus älteren Bruce Willis Filmen trainiert, was dafür sorgt, dass er in den MegaFon-Spots ziemlich jung aussieht für einen 60-jährigen. Der Branchendienst „Mixed.de“ berichtet, dass Willis für den Deal zwei Millionen Dollar kassiert hat. Eine stattliche Summe, dafür, dass der Star nur einmal mit dem Kopf nicken mußte, um dem Vertrag zuzustimmen.

Bruce Willis
Bruce Willis und sein Double. Im Spot ist eine Mischung aus beidem zu sehen – Bild: MegaFon / Screenshot

In den Spots sind zwei Agenten zu sehen. Der eine wird verkörpert vom populären russischen Komiker Azamat Musagaliev, die andere Rolle übernahm ein russischer Schauspieler, der Willis entfernt ähnlich sieht. Das Gesicht des US-Stars wurde dann in der Nachproduktion übertragen. „Wir haben für die Erzeugung des ersten Doubles einen Monat gebraucht. Für die weiteren Spots planen wir maximal drei Wochen für die komplette Postproduction“, erläutert MegaFons Marketingleiter Vasily Bolshakov.

Die Spots sind als einzelne Mini-Stories konzipiert. In jeder erlebt das Team ein Problem, dass mithilfe von Mobilfunk gelöst werden kann. Die Bombe im ersten Spot wird beispielsweise durch einen Sprachassistenten eher zufällig außer Kraft gesetzt.

Der Willis-Deepfake markiert den Beginn einer ganz neuen Ära der Werbeproduktion. Top-Stars der Szene werden erschwinglicher, wenn man sie nicht einfliegen muss, und auch die Honorare für die digitalen Kopien fallen fraglos niedriger aus.  Die Spotproduktion wandert vom realen Set ins Green-Studio und dann in den Rechner. Und wenn Marketer es gut machen, können sie dem Double auch sehr aktuelle Texte in den Mund legen, ohne erneut drehen zu müssen.

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