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Umstrittene Wahl

Nach der ORF-Wahl: Bleibt Armin Wolf auf dem Bildschirm?

Armin Wolf befragt seinen künftigen Chef, den designierten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann – Foto: ORF 2

Roland Weißmann wurde zum neuen Generaldirektor des ORF in Österreich gewählt. Weißmann gilt als Kandidat von Gnaden des ÖVP-Bundeskanzlers Sebastian Kurz. Im ORF stellte er sich den kritischen Fragen von Nachrichtenmann Armin Wolf. Der könnte unter Umständen bald weniger präsent auf dem Bildschirm sein, falls es zu einer angedeuteten Beförderung kommt.

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Wolf gilt als Anchor der Sendung „ZiB 2“ als der schärfste Interviewer im ORF. Er hat schon Politiker aller Parteien gnadenlos gegrillt. Auch bei seinem künftigen Chef Weißmann kennt Wolf keine Beißhemmung.

Die prägnanteste Stelle des Interviews ist jene, als Wolf Weißmann fragt, warum er gegen seinen Vorgänger Alexander Wrabetz angetreten ist und dem künftigen Generaldirektor darauf nicht recht etwas einfallen will.

Das komplette Interview kann man hier nachsehen:

Weißmann wurde mit Zwei-Drittel-Mehrheit der ORF-Stiftungsräte gewählt. Die Wahl erfolgte dabei recht strikt entlang der Parteilinien der regierenden ÖVP-Grünen-Regierung.

Im österreichischen Privatsender Puls 24 erklärte der unterlegene Wrabetz, der Medienbeauftragte von Kanzler Kurz, Gerald Fleischmann, habe eine Anweisung erteilt, Weißmann zu wählen. Der erklärt wiederum, dass er davon nichts wisse.

Nach der verlorenen Wahl, erklärte Wrabetz noch, dass er Armin Wolf als stellvertretenden Chefredakteur für Digitalprodukte „Insta, TikTok und was da jetzt kommt.“) sehen würde.

Unklar ist, ob Wolf dann künftig weniger Zeit für die „ZiB 2“-Moderation und seine Politiker-Interviews hätte, was aber schon spekuliert wird. „Damit wäre man den unangenehmsten Interviewer mit einem Schlag los, was eventuell im Interesse so mancher Politvertreter sein könnte“, meinte der „Standard“.

Wolf selbst zeigt sich auf Twitter gewohnt selbstbewusst. Dass er noch da sei, liege wohl am Erfolg seiner Sendung, und dass er seine Arbeit „halbwegs kann“.

Für Satire-Angebote war die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors natürlich auch ein gefundenes Fressen:

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