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Ehemaliger Gruner + Jahr-Chef

Gerd Schulte-Hillen im Alter von 80 Jahren gestorben

Gerd Schulte-Hillen im Jahr 2015 – Foto: Imago / Sven Simon

Der frühere Gruner + Jahr Vorstandschef Gerd Schulte-Hillen ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Das teilte der Verlag mit. Schulte-Hillen stand rund 20 Jahre an der Spitze des Verlags und hat den Aufstieg von G+J ganz wesentlich geprägt.

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Im Jahr 1981 übernahm „SchuHi“ den Vorstandsvorsitz ei G+J, im Alter von 60 Jahren wechselte er in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz er von 2000 bis 2003 innehatte. Er galt als überaus kraftvoller und auch streitbarer G+J-Vorstandschef.

Der aktuelle G+J-CEO Stephan Schäfer sagt zum Tod von Schulte-Hillen: „Wir trauern heute nicht nur um den langjährigen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Gruner + Jahr, sondern um eine der prägenden Figuren der Verlagsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Gerd Schulte- Hillen war ein ebenso erfolgreicher wie leidenschaftlicher Manager, und er war stets ein Verfechter des unabhängigen Journalismus. Mit dieser Haltung hat er G+J bis in die heutige Zeit geprägt. Gruner + Jahr und seine publizistischen Marken haben Gerd Schulte- Hillen sehr viel zu verdanken. Wir verneigen uns in tiefer Trauer vor einem großartigen Kollegen und sind in Gedanken bei seiner Ehefrau und der Familie.“

Schulte-Hillen begann seine Karriere bei Bertelsmann im Jahr 1969 als Verantwortlicher für die Druckereien. Zusätzlich zu seinen Aufgaben bei G+J übernahm er 1987 auch den stellvertretenden Vorstandsvorsitz bei Bertelsmann. In Schulte-Hillens Zeit bei Gruner fiel der Aufstieg des Verlags zum internationalen Medien-Player mit starken Dependancen in den USA und Frankreich. In seine Amtszeit fiel aber auch der Skandal um die vom „Stern“ veröffentlichten gefälschten „Hitler-Tagebücher“ und die Pleite mit der Illustrierten „Tango“, die nach hohen Anlaufkosten nach nur 37 Ausgaben eingestellt wurde.

Mittlerweile ist G+J wieder zu einem national ausgerichteten Verlagshaus geschrumpft. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe plant, das Verlagsgeschäft künftig eng mit der TV-Sparte RTL zu verzahnen.

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