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Jugendschutz

Facebook ändert Regeln für Werbung auf Seiten von unter 18-Jährigen

Kinder sind der Werbung auf sozialen Plattformen oft ungeschützt ausgeliefert – Foto: Gaelle Marcel on Unsplash

Facebook will auf seinen Plattformen die Regeln für Werbung auf den Seiten von unter 18-Jährigen ändern, um sicherzustellen, dass der jüngeren Community ein sichereres, privateres Erlebnis geboten wird.

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Wie das Unternehmen mitteilte, wird im Rahmen dieser Aktualisierung die Art und Weise, wie Werbetreibende junge Menschen auf Facebook, Instagram und Messenger erreichen können, geändert. De facto bedeutet das, dass die Plattform die Weitergabe von User-Daten an die Unternehmen einschränkt. Anstatt, wie bislang, auch Daten über die Aktivitäten auf den eigenen Plattformen und anderen Webseiten zu teilen, erhalten die werbetreibenden Unternehmen nur noch Informationen zu Alter und Wohnort. Die neuen Kontrollmechanismen wurden laut Facebook durch Empfehlungen von Jugendanwälten beeinflusst, die besagten, junge Verbraucher seien möglicherweise nicht in der Lage, Entscheidungen über das Targeting über die Facebook-Einstellungen zu treffen.

Dennoch, diese Änderungen dürften nicht ganz freiwillig sein. Zwar begründet das Unternehmen sie als ein Beispiel dafür, wie es sich auf die nächste Ära personalisierter Werbung vorbereitet. Der wahre Grund dürfte aber sein, dass das interessenbasierte Werbenetzwerk des Unternehmens seit Jahren von den Aufsichtsbehörden kritisiert wird, die das Unternehmen dazu drängen, seine Einnahmen über die Werbung hinaus zu diversifizieren und E-Commerce, Zahlungstechnologie und Mixed Reality einzubeziehen. Facebooks Antwort darauf hat Dan Levy, VP of Ads and Business Products, Anfang Juli vorgestellt.

Facebook kündigt die neuer Ära personalisierter Werbung an – Grafik: © Facebook

Für die Kids hat sich Facebook ebenfalls etwas Neues einfallen lassen. Schließlich geht es auch darum, dem Trend der „Überalterung“ auf der Plattform entgegenzuwirken und die User möglichst früh an sich zu binden. Vor gut einem Jahr wurde das werbefreie Messenger Kids gelauncht. Laut Unternehmen werden die Daten der kleinen Nutzer auch nicht für Werbeausspielungen auf den anderen Plattformen genutzt. Auch für Instagram wurde jetzt eine Kids-Version angekündigt. Ob hierüber Werbung ausgespielt wird, wurde allerdings noch nicht öffentlich gemacht.

Dass die Social-Media-Plattform letztendlich so bereitwillig auf die Kritik der Aufsichtsbehörden eingegangen ist, dürfte – nur so nebenbei – ebenfalls nicht bedeuten, man hätte gegenüber den Obrigen nachgegeben. Vielmehr dürften sich die Verantwortlichen im Silicon Valley darüber im Klaren sein, dass neue Shopping-Funktionen wie Live Breaks für Mid-Roll-Anzeigen und Live Shopping zusätzliche Einnahmen generieren und das Anzeigeninventar von Facebook wertvoller machen werden.

Und am Ende wird beizeiten auch dafür gesorgt, dass die U18-Zielgruppen schnell wieder in die Kasse einzahlen: An ihrem 18. Geburtstag will Facebook sie über die Targeting-Optionen informieren und darüber, dass sie nun für Werbeausspielungen freigeschaltet werden.

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