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"GQ"-Podcast mit "Mr. Tagesschau"

Jan Hofer über „RTL News“: „Anders und ohne Schere im Kopf“

Jan Hofer ist ab Mitte August als Anchorman bei RTL zu sehen.

Jan Hofer ist ab Mitte August als Anchorman bei RTL zu sehen – Foto: RTL

Kleiner, effektiver und ohne Schere im Kopf sollen die neuen RTL-Nachrichten sein, sagt Jan Hofer. Aber er äußert auch Kritik an seinem neuen Arbeitgeber.

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Im „GQ“-Podcast „Nice am Stil“ spricht der frühere „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer über das neue News-Format „RTL direkt“, das ab dem 18. August regelmäßig von Montag bis Donnerstag um 22.15 Uhr auf RTL laufen soll – und über seine Rolle. „Ich bin nicht als Sprecher oder Moderator eingekauft, sondern bestimme schon die Redaktionspolitik mit“, erklärt Hofer in dem Gespräch.

Von Moderatorin Janin Ullmann auf den Unterschied zwischen „Tagesschau“ und RTL angesprochen, erwidert Hofer, dass das neue Format „Anders, kleiner, hoffentlich effektiver und ohne Schere im Kopf“ stattfinden werde. Was genau er damit meint, erläuterte der ehemalige „Mr. Tagesschau“ nicht.

In dem Podcast äußert Hofer aber auch eine gewisse Kritik an seinem neuen Arbeitgeber. Er startet mit einem Lob, dass Peter Klöppel ein Glücksfall für RTL sei, um dann aber zu ergänzen, dass der Anchorman es geschafft habe, „dem eine solche Seriosität und eine solche Nachhaltigkeit zu verschaffen, die sie nicht immer verdient haben, um das mal vorsichtig auszudrücken“. Das System der Auslandskorrespondenten sieht er bei der ARD beheimatet, aber das könne sich auch ändern.  

Hofer ist sich darüber im Klaren, dass man Dinge nicht neu erfinden könne, Nachrichtensendungen hätten eine gewisse Gestezmäßigkeit. „Aber wie man es macht, wie man die Leute anspricht und wen man anspricht, da gibt es eine große Bandbreite“, sagt der neue RTL-Anchorman. Dafür werde in Berlin eine komplett neue Redaktionsmannschaft aufgebaut, unabhängig von Köln. Im Standort sieht er einen weiteren Vorteil Für „RTL direkt“: „Wir sind die einzige politische Live Sendung, die aus Berlin gesendet wird. Es gibt keine andere. Mit einer Ausnahme, einmal in der Woche ‚Bericht aus Berlin‘.“

Auch um die Gehälter bei den Öffentlich-Rechtlichen geht es im Podcast. Hofer zieht Vergleiche zu den privaten Sendern. „Im Verhältnis zu dem, was man in den anderen Bereichen der Medien verdienen konnte, war das nicht viel.“  Für eine Überraschung sorgt ein Kurzauftritt von Linda Zervakis. Die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin wechselte im Mai zu ProSieben. Im Podcast sagt sie, dass sie keinen „unseriösen Journalismus“ betreiben werde, weil sie jetzt nicht mehr bei der ARD ist. Ihren Wechsel zum Privatsender ordnet sie folgendermaßen ein: „Sie haben ‚Linda‘ eingekauft und natürlich auch ein Stück weit den Hauch der ‚Tagesschau‘.“ 

Nach 35 Jahren hatte sich Jan Hofer Ende 2020 bei der „Tagesschau“ verabschiedet. Der langjährige Chefsprecher wechselte von den Öffentlich-Rechtlichen zum Privatsender RTL. Nach ihm gab Linda Zervakis den Wechsel zu ProSieben bekannt. „Tagesthemen“-Moderatorin Pinar Atalay wechselte ebenfalls zu RTL.  

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