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Die Zeitungs-Auflagen im zweiten Quartal 2021

IVW Blitz-Analyse: „Bild“ verliert nur wenig, „Zeit“ dank Digital-Kunden extrem im Plus

Foto: imago images / Rüdiger Wölk

Nach den meist zweistelligen Verlusten in den vergangenen Quartalen büßte Deutschlands meistverkaufte Tageszeitung „Bild“ diesmal nur 2,7 Prozent ein. Die „Bild am Sonntag“ gewann sogar dazu – ebenso „Die Zeit“, die vor allem mit Digital-Kunden wuchs.

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Der Hauptgrund für das vergleichsweise geringe „Bild“-Minus ist das vergleichsweise hohe Minus vor einem Jahr. Denn wie MEEDIA damals schrieb: „Mit 1,08 Millionen per Abo und Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren lag der Boulevard-Gigant satte 17,4 Prozent unter den Zahlen des Vorjahreszeitraumes. Einer der Gründe laut Springer: Als größte Einzelverkaufszeitung litt „Bild“ besonders unter der Corona-Zeit, auf dem Höhepunkt der Krise hätten fast 10 Prozent der Bild-Händler vorübergehend schließen müssen.“ Da es also vor einem Jahr einen wegen Corona so massiven Rückgang gab, fällt das Minus diesmal nicht ganz so deutlich aus.

Ein weiterer Sondereffekt führt zu einem Plus der „Frankfurter Allgemeinen“ von erstaunlichen 7,2 Prozent. So erstaunlich ist das Plus aber nicht, denn vor einem Jahr hatte die „FAZ“ noch 13,7 Prozent eingebüßt. MEEDIA schrieb damals: „Durch die Auslagerung des Nationalvertriebs zum 1. Juli wurden Remissionen, die eigentlich erst im dritten Quartal verbucht worden wären, schon im zweiten Quartal verbucht. Diese Remissionen drückten dann den eigentlichen Einzelverkauf in den IVW-Statistiken künstlich nach unten.“ In diesem Jahr gab es den Sondereffekt nicht mehr, sodass der normale Einzelverkauf deutlich über dem damals künstlich kleinen lag und unter dem Strich ein Plus von 7,2 Prozent dabei heraus kam.

Ein „echtes“ Plus erzielte erneut das „Handelsblatt“ – dank Zuwächsen bei den Digital-Kunden, aber auch im (Papier)-Einzelverkauf. Massiv nach unten ging es erneut für die „Welt“, die nur noch 42.513 Abos und Einzelverkäufe erreicht.

Überregionale Tageszeitungen im 2. Quartal 2021 (nur Abo+EV)

Platz Titel Abo+EV 2021-II vs. 2020-II absolut vs. 2020-II in %
1 Bild 1.049.650 -29.099 -2,7
2 Süddeutsche Zeitung 271.522 -6.594 -2,4
3 Frankfurter Allgemeine 179.095 12.032 7,2
4 Handelsblatt 89.384 913 1,0
5 taz. die tageszeitung 41.237 -1.916 -4,4
6 Welt Print Werktag 42.513 -8.563 -16,8
7 Neues Deutschland 16.737 -1.455 -8,0
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen gelten die Sondereffekte von „Bild“ und „FAZ“ entsprechend auch für „Bild am Sonntag“ und „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Beide Titel gewannen im Vergleich zum Vorjahr dazu. „Die Zeit“ liegt sogar bei einem extremen Plus von 13,2 Prozent. Hinzu gewonnen hat die Wochenzeitung sowohl bei den Digital-, als auch bei den Papier-Abos.

Wochen- und Sonntagszeitungen im 2. Quartal 2021 (nur Abo+EV)

Platz Titel Abo+EV 2021-II vs. 2020-II absolut vs. 2020-II in %
1 Bild am Sonntag 632.146 8.041 1,3
2 Die Zeit 516.805 60.249 13,2
3 Welt am Sonntag (+kompakt) 197.797 -12.131 -5,8
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 183.720 8.160 4,6
5 Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost 26.876 -1.314 -4,7
6 Junge Freiheit 23.026 354 1,6
7 Der Freitag 21.750 1.220 5,9
8 Die Tagespost 10.609 513 5,1
9 Das Parlament 6.625 94 1,4
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

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