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Retail Media

Richy Ugwu verlässt Intersport

Richy Ugwu Intersport

Foto: Richy Ugwu

Noch vor zwei Monaten freute sich Richy Ugwu im MEEDIA-Interview über die spannenden Möglichkeiten von Retail Media. Jetzt hat er Intersport überraschend den Rücken gekehrt. Ein herber Rückschlag für die Digitalisierungsbemühungen der Heilbronner.

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„Retail Media und WKZ skalierbar über alle Kanäle zu gestalten und möglichst flexibel für Marken zu steuern“. Das war das große Ziel für Richy Ugwu in diesem Jahr. Im Exklusiv-Interview mit MEEDIA skizzierte der gestandene Datenmarketer, dass viele Prozesse in diesem Bereich noch händisch laufen und dass er sehr stark an das Automatisierungspotential glaubt, um Retail Media weiter skalieren zu können.

Ugwu hat seine Mission erfüllt. Ugwu hat dem Unternehmen den Rücken gekehrt. Eine offizielle Stellungnahme von Intersport Marketing Services (IMS) und Intersport steht noch aus.

Ugwu selbst hat seinen LinkedIn-Status allerdings bereits aktualisiert. Die Geschäftsführung von IMS endete demzufolge im Juni. In einem LinkedIn-Post bedankt sich Ugwu für die letzten drei erfolgreichen Jahre. IMS sei Marktführer in Retail Media in Deutschland und das sei der richtige Zeitpunkt, das Unternehmen zu verlassen.  


Lesen Sie das Exklusiv-Interview mit Richy Ugwu zur spannenden Rolle von Retail Media.

Peloton Engelhorn

Gegenüber MEEDIA ergänzt Ugwu, dass der Entschluss schon seit geraumer Zeit feststeht. Über die Gründe möchte er sich nicht äußern. „Wir haben den Übergabeprozess und alles sehr sorgfältig und ruhig gemacht“, so Ugwu. Einen internen Konflikt habe es nicht gegeben. „Es war einfach der richtige Zeitpunkt“.

Aktuell widmet sich Ugwu drei unterschiedlichen Startups. Er unterstützt die Brauerei Berliner Malz beim Marktaufbau, er gehört zum Kernteam der 2Hearts Community, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, Menschen mit Migrationshintergrund den Berufseinstieg zu erleichtern und er arbeitet an einem noch geheimen eigenen Startup.

Für Intersport und IMS dürfte der Weggang von Ugwu alles andere als zum richtigen Zeitpunkt passieren. Bereits im MEEDIA-Interview mit Ugwu klang durch, dass sich das Angebotsportfolio in Sachen Retail Media vor allem auf endemische Kunden fokussiert und auf die Werbemöglichkeiten, die die Läden der Intersport-Partner in der Fläche bieten. Die erweiterte digitale Vermarktung, wie sie Otto und E-Bay mit ihren Retail Networks betreiben, fehlt.

Unter CEO Alexander von Preen hat Intersport einige Schritte zu einer erfolgreichen Neujustierung unternommen. Zuletzt verschlankte er sogar den Vorstand. In Sachen Digitalisierung zieht sich allerdings ein tiefer Riss durch die Intersport-Händlerschaft. Innovativen Händlern wie Engelhorn in Mannheim kann die Digitalisierung nicht schnell genug gehen. Das Gros der Händlerschaft tut sich schwer mit Investitionen, die operative Marge kosten, die in der Fläche mühevoll verdient wird. Angesichts des hohen Direct2Consumer-Drucks der großen Marken, allen voran Adidas, und der aggressiven Marktstrategie von Decathlon, bleibt Intersport als Gruppe aber gar kein anderer Weg übrig, als die „Flucht nach vorne“.

Keine leichte Aufgabe für den nächsten CEO der Intersport Marketing Services.  

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