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Gegen Laschet als Klima-Blockierer

So reagiert Campact auf die Anti-Baerbock-Werbung der INSM

Campact-Anzeige – Foto: Screenshot Twitter

Die NGO Campact hat das umstrittene Baerbock-Motiv der INSM-Kampagne aufgenommen. Im Zentrum steht diesmal Armin Laschet als „Klima-Blockierer“. „Taz“, „SZ“ und „faz.net“ haben die Anzeige gebracht. Andere haben abgelehnt.

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„Wir brauchen keinen Klima-Blockierer“ heißt es in der Anzeige in großen Lettern. Darüber steht lächelnd Armin Laschet mit zwei Klemmbrettern in den Händen. Darauf ist zu lesen: „Windräder verhindern“, „Tempolimit verhindern“, „Kohlausstieg verschleppen“. Insgesamt gibt es zehn Punkte.

Wer in der Vorwoche das politische Geschehen verfolgt hat, wird die Zielrichtung dieser Anzeige schnell erkennen: Es geht nicht nur gegen den Kanzlerkandidaten der Union, sie ist auch eine Reaktion auf eine Anzeige der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die für viel Diskussionen gesorgt hatte. (MEEDIA berichtete). Darin war die Kanzlerkandidatin der Grünen als „Moses mit den zehn Verboten“ abgebildet.

Campact hat das Motiv nun aufgegriffen, und eine eigene Anzeige gestrickt. Die NGO hat es sich laut eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, mit Online-Petitionen progressive Politik zu machen. Unter der Überschrift „Wir haben da mal was korrigiert… #insm“ hat der Verein die INSM-Anzeige nun abgeändert und auf Twitter gepostet: 

Bei „Taz“, „SZ“ und „faz.net“ geschaltet

Aber nicht nur dort: Wie die Kampagne der INSM wurde auch die Anzeige von Campact in mehreren Medien geschaltet, in der „Taz“, „SZ“ und bei „faz.net“. Die letzten beiden brachten auch die Anzeige der INSM. Bei „Zeit Online“ wurde ebenso angefragt, hier wurde die Anzeige nach Aussage von Campact allerdings abgelehnt. Dabei gehörte „Zeit Online“ auch zu jenen Medien, die zuvor die INSM-Anzeige gegen Baerbock ausgespielt hatten. Das lässt Campact nicht auf sich sitzen:

Jochen Wegner, Chefredakteur von „Zeit Online“, kommentiert auf Twitter, dass „diskutiert wurde“.

Er verlinkt auf einen „Zeit“-Blogbeitrag. Bei dem Beitrag handelt es sich um ein Statement vom 19. Juni, der sich auf die INSM-Kampagne bezieht. Dort ist zu lesen, auch die Chefredaktionen von „Zeit“ und „Zeit Online“ hätten die INSM-Kampagne kritisch gesehen – und Konsequenzen gezogen.

Politische Kampagnen werden jetzt „bereits im Vorfeld zwischen Verlagsleitung und Chefredaktion diskutiert“. In der Endkonsequenz liegt die Veröffentlichungsentscheidung beim Zeit-Verlag. Ganz unten ist zu lesen: „Weitere Kampagnen, die mit einer ähnlichen Bildsprache auf diese erste Kampagne anspielen, hat der Zeit-Verlag abgelehnt.“

Finanziert wurde die großformatige Campact-Anzeige laut eigenen Angaben durch Spenden, wie die NGO auf Twitter erklärt: „15.000 Spender*innen haben eine Campact-Gegenanzeige mit visuellem Bezug auf den #INSM-Fail ermöglicht – Bürgerbewegung statt Lobbypolitik. Unsere Anzeige, die mit belegten Fakten die Klimapolitik der CDU kritisiert, wurde jetzt von @zeitonline abgelehnt.“

Gilt für die Reproduktion der Anti-Baerbock-Kampagne dieselbe Kritik?

Campact nimmt im Motiv klar die Aufmachung der INSM-Kampagne auf, allerdings waren es bei der INSM Steintafeln und Baerbock trug einen biblisch aussehenden Umhang. Laschet hat seinen Anzug behalten – und bekommt Klemmbretter. Die INSM musste sich unter anderem den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen. Gilt dieselbe Kritik – trotz der fehlenden Elemente – auch für die Kopie? Auch das wird auf Twitter diskutiert. 

Andere halten dem entgegen, dass die Darstellung die fragwürdigen Punkte eben nicht aufgreifen würde:

Auch bei den Grünen wird der Beitrag von Campact unterschiedlich gesehen:

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