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Verzahnung der Mediatheken

ARD und ZDF wollen gemeinsames „Streaming-Netzwerk“ schaffen

Visuelle Idee für eine Einbindung von ARD-Inhalten in die ZDF-Mediathek – Foto: Screenshot ARD/ZDF-Pressegespräch

Die Verantwortlichen von ARD und ZDF haben sich auf eine engere Verzahnung ihrer Mediatheken geeinigt. Die Eigenständigkeit der Angebote soll gewahrt bleiben, Inhalte künftig aber auch jeweils in der Mediathek des anderen abrufbar sein.

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Das teilten ARD und ZDF im Rahmen eines Pressegesprächs am Montag mit. Ziel sei, ein „Streaming-Netzwerk“ zu schaffen, das eine „gemeinsame Erlebniswelt“ bietet. So solle sukzessive eine „Startseite mit universellem Nutzererlebnis“ für die Zuschauer entstehen. Die Idee eines gemeinsamen „Streaming-Netzwerks“ sei das Ergebnis monatelanger Verhandlungen untereinander.

Der Grundgedanke sei, dass die Zuschauer in einer der Mediatheken landen und dort alles finden. „Wir wollen ein öffentlich-rechtliches, wertegetriebenes Angebot auf dem Streaming-Markt schaffen“, sagte SWR-Intendant Kai Gniffke. Neben Gniffke stellten sich auch ZDF-Intendant Thomas Bellut, der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow, der Leiter von ARD-Online, Benjamin Fischer, und der Leiter der Hauptredaktion Neue Medien im ZDF, Eckart Gaddum, den Fragen der Journalisten.

Gemeinsame Datenbasis schaffen

„Sinnvoll ist, was gut für den Nutzer ist“, sagte etwa Gaddum. Teil der Idee eines ARD/ZDF-Streaming-Netwerks sei eine Personalisierung der Mediatheken nach Zuschauer-Interesse. Ziel sei etwa, ein gemeinsames Nutzerkonto auf Grundlage einer gemeinsamen Datenbasis zu schaffen. Dafür müsse man auch rechtliche Fragen klären, etwa zum Datenschutz.

Gaddum und Fischer stellten im Rahmen des Pressegesprächs auch ein visuelles Beispiel vor. Demnach könnten in der ZDF-Mediathek unter dem Stichwort „Das könnte dich interessieren“ künftig auch Inhalte der ARD präsentiert werden (s. Artikel-Bild), etwa nach Gattung. Beispiel: Wer in der ZDF-Mediathek eine Comedy-Sendung guckt, dem werden Comedy-Sendungen von der ARD künftig ebenfalls angeboten. ARD und ZDF sprechen von mehr als 250.000 Filmen, Dokus, Satire- und Serienstoffe, die im Rahmen des Streaming-Netzwerks abrufbar werden.

Kein Signal für ARD/ZDF-Fusion

Die Integration der jeweils anderen Inhalte in den Mediatheken starte ab sofort, so Bellut. Der ZDF-Intendant geht von einem Zeitrahmen von etwa zwei Jahren aus, bis der Ausbau der Mediatheken zum „Streaming-Netzwerk“ abgeschlossen sei. Der Prozess sei aber laufend.

Alle Beteiligten betonten darüber hinaus, dass diese Kooperation nicht als Signal für eine Fusion von ARD und ZDF – wie von manchen gefordert – verstanden werden dürfte. Es ginge lediglich um eine „verbesserte Zusammenarbeit“, so Bellut, um „Vielfalt“. Und weiter: „Niemand von uns will die Macht über alles haben, das wäre auch zu viel Einfluss.“

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