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BDZV-Kongress

Thomas Düfferts drei Thesen zur Zukunft des digitalen Regionaljournalismus

Madsack-CEO Thomas Düffert – Foto: Madsack Mediengruppe

Seit Donnerstagvormittag läuft der BeBeta-Kongress des BDZV. Zur Einleitung hat Thomas Düffert, CEO der Madsack Mediengruppe und BDZV-Vizepräsident, drei Thesen zur digitalen Zukunft des Journalismus formuliert.

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Beim diesjährigen BeBeta-Kongress des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sind unter anderem Springer-Chef Mathias Döpfner, Ex-„Bild“-Chefredakteur und Storymachine-Mitgründer Kai Diekmann sowie Korinna Hennig, Wissenschaftsredakteurin von NDR Info zu Gast. Seit dem Vormittag sprechen Gastgeber und Gäste im weitesten Sinne über die Zukunft des digitalen Journalismus. Da spielt „Paid Content“ genauso eine Rolle wie „digitaler Wahlkampf“, ein Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem digitalen Regionaljournalismus.

Mit dabei ist auch Thomas Düffert, CEO der Madsack Mediengruppe und Vizepräsident des BDZV, der zum Einstieg in die 2021 rein digital stattfindende Veranstaltung einen kleinen Impulsvortrag hielt. Dafür hat Düffert drei Thesen zur digitalen Zukunft regionaler Tageszeitungen formuliert. Im Folgenden die Thesen nach Skript, die heute auch von der Madsack Mediengruppe verschickt wurden.

Wir müssen auf unser journalistisches Fundament achten“

„Das journalistische Fundament des BDZV ist der Regionaljournalismus. Es gilt also, insbesondere dessen Interessen zu vertreten. Es ist der regionale Journalismus, der das Informationsbedürfnis der Menschen auf fundierte, sachliche und emphatische Weise befriedigt. Die Menschen kennen und schätzen ihre Zeitung; sie vertrauen ihr. Regionalzeitungen sind und bleiben die wichtigste publizistische Kraft in Deutschland. Sie informieren  und befähigen damit zur politischen Partizipation. Damit sind sie für eine lebendige Demokratie unverzichtbar.“ 

„Wir müssen für Neutralität an den digitalen Kiosken sorgen“

„Es geht um Journalismus. Es geht aber auch um Geld und Zeit. Regionale Zeitungen setzen im Digitalen flächendeckend erfolgreich auf „Plus-Modelle“. Aber: Über die digitale Reichweite journalistischer Produkte entscheiden eben auch die ‚digitalen Kioske‘. Facebook, Google, Upday und andere haben entscheidenden Einfluss auf die Verbreitung redaktionellen Contents. Wer also die Regalplätze in diesen neuen, diesen digitalen Kiosken verteilt, gewinnt Macht, Meinungshoheit und Geld. Es gilt, bei der  Verteilung der Plätze Neutralität herzustellen.“

„Wir müssen über das Leistungsschutzrecht gesellschaftlich unverzichtbaren Journalismus belohnen“ 

„Eine freie, pluralistische Presse leistet einen grundlegenden Beitrag  zum öffentlichen Diskurs und damit zur Stabilität einer demokratischen Gesellschaft. Solcher Journalismus muss belohnt werden. Wenn wir einen Journalismus wollen, der für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft einen unverzichtbaren Beitrag leistet, müssen wir auch die  Belohnungsmechanismen entsprechend ausrichten. Es ist eben der qualitativ hochwertige regionale Journalismus, der für diesen Beitrag steht. Es gilt, über Unternehmen wie (die Verwertungsgesellschaft) Corint Media die Möglichkeiten des Leistungsschutzrechts zu nutzen und die regionalen Zeitungen als Wahrnehmungsberechtigte Mitglieder entsprechend über einen gerechten Verteilungsschlüssel zu vergüten.“

Im Laufe des Nachmittags wird unter anderem noch Jan Ippen, Gründer und Geschäftsführer von Ippen Digital, erläutern, wie sich Reichweite erfolgreich vermarkten lässt. Abschließend diskutiert eine Gesprächsrunde, was es heute heißt, Chefredakteurin oder Chefredakteur zu sein. Mit dabei sind Sarah Brasack, stellvertretende Chefredakteurin „Kölner Stadt-Anzeiger“, Christoph Linne, Chefredakteur „Nordsee-Zeitung“ und Sebastian Matthes, Chefredakteur „Handelsblatt“.

Moderiert wird der Digitalkongress von Hannah Suppa, Chefredakteurin „Leipziger Volkszeitung“, und Lars Haider, Chefredakteur „Hamburger Abendblatt“. Die eintägige Web-Konferenz wird für BDZV-Mitglieder und interessierte Medienschaffende kostenlos angeboten.

bek

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