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Leistungsschutzrecht

Madsack kündigt Mitgliedschaft bei Corint Media

Madsack-CEO Thomas Düffert – Foto: Madsack

Die Madsack Mediengruppe hat verkündet, bis Ende des Jahres zu überprüfen, ob die Durchsetzung des gesetzlichen Leistungsschutzrechts der Presse wie bisher durch die Corint Media GmbH (vormals VG Media) erfolgen soll. „Vorsorglich“ will Madsack die Zusammenarbeit zum 31. Dezember kündigen.

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Der Bundestag hatte kürzlich die Reform des Urheberrechts, die auch das neue Leistungsschutzrecht enthält, beschlossen (MEEDIA berichtete). Mittlerweile hat das Reformpaket auch den Bundesrat passiert. Die Verwertungsgesellschaft Corint Media hat das beschlossene Leistungsschutzgesetz ausdrücklich begrüßt. „Mit dem neuen Verlegerrecht wurde nun die kritische Masse erreicht, die nötig war, um die Technologieplattformen bei der Nutzung von Presseinhalten zurück in einen gesellschaftlich und rechtlich akzeptablen Rahmen zu holen. Wir danken allen Beteiligten für die konstruktive Umsetzung, die eine Zäsur im Bemühen um den Schutz der pluralen Presselandschaft darstellen wird“, sagte Corint Media-Geschäftsführer Markus Runde.

Madsack-CEO Thomas Düffert sieht das anders: „Unserer Auffassung nach sollten vor allem auch diejenigen journalistischen Angebote vom gesetzlichen Leistungsschutz profitieren, die auf kostenintensive Recherche und Qualität setzen und auf mitunter zweifelhafte Reichweitenmaximierung verzichten.“ In der Madsack Mediengruppe erscheinen u.a. die Regionalzeitungen „Hannoversche Allgemeine“, „Ostsee Zeitung“, „Märkische Allgemeine“, „Leipziger Volkszeitung“ und die „Dresdner Neueste Nachrichten“.

Die aktuelle Strategie der Corint Media GmbH werde diesem Anspruch nicht gerecht, so Düffert, der besonders die Rolle der Regionalmedien betont: „Das Leistungsschutzrecht sollte ein Instrument sein, das die gesellschaftlich wichtigen Aufgaben der Medien – und hier ganz besonders auch die der vielen lokalen und regionalen Publikationen – in unserer Demokratie stärkt. Bis zum Jahresende wollen wir unsere Rolle als Gesellschafter und Vertragspartner der Corint Media GmbH jedenfalls in diesem Sinne konstruktiv nutzen, um eine Neujustierung zu erreichen.“

Bernd Delventhal, Sprecher von Corint Media, sagt zu Madsacks Ankündigung: „Dies zeigt, welch große Bedeutung das Presseleistungsschutzrecht hat und wie um den besten Weg zur Durchsetzung gerungen wird. Wir sind mit Madsack in konstruktiven Gesprächen und haben grundsätzlich Verständnis dafür, dass der Verlag die Zusammenarbeit von den wichtigen Ereignissen der nächsten sieben Monate abhängig macht. In diesen sieben Monaten wird sich zeigen, zu welchen Bedingungen Google, Facebook und andere Plattformen mit uns Lizenzverträge abschließen.“

swi

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