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Vorwürfe wegen "Plötzlich arm, plötzlich reich"

Ikke Hüftgold erstattet Anzeige gegen Sat.1 und Produktionsfirma

Matthias Distel alias Ikke Hüftgold – Foto: Distel / Instagram

Der Stimmungssänger Ikke Hüftgold (bürgerlich: Matthias Distel) hat seine Ankündigung wahrgemacht und laut „Spiegel“ Strafanzeige gegen Sat.1 und die Produktionsfirma Imago TV gestellt. Distel wirft Sender und Produzenten vor, beim Dreh zur Reality-Reihe „Plötzlich arm, plötzlich reich“ das Kindeswohl missachtet zu haben.

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Wie der „Spiegel“ online schreibt, habe Distel bei der Polizei Limburg Strafanzeige gegen Sat.1 und Imago TV gestellt. Er habe der Polizei eine Aussage vorgelegt, die im wesentlichen der Stellungnahme entspreche, die er bereits auf seiner Internetseite und in einem Instagram-Video veröffentlicht hat.

Dabei geht es um Dreharbeiten zum Sat.1-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“, bei dem zwei Familien für eine Woche das Leben der jeweils anderen Familie übernehmen, inklusive Wohnung und Budget. Teil des Tauschexperiments sollte eben auch Sänger Distel sein, der in die Lebenswelt einer Mutter und ihrer vier Kinder eintauchen sollte, die finanziell schlechter gestellt sind.

Hier lesen Sie weitere Hintergründe zu den Vorwürfen von Ikke Hüftgold (€).

In seinem Statement wirft Distel dem Sender Sat.1 und der Produktionsfirma Imago TV vor, „das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern (…) mit Füßen getreten“ zu haben. Er schildert, was während der Produktion passiert sei und warum es schließlich zum Abbruch der Dreharbeiten gekommen sei. Distel habe im Vorfeld nichts über die Tauschfamilie gewusst, schreibt er. Er erzählt vom Moment, als er und das Team die Wohnung betreten haben: „Die Tatsache, dass wir nach zehn Minuten Aufenthalt weinend vor der laufenden Kamera standen, soll lediglich deutlich machen, welche Emotionen beim Anblick dieser Zustände aus uns herausbrachen. Die Redakteurin weinte mit uns. Hoch emotionalisiert und nicht fassend, dass in diesem Haushalt vier Kinder leben sollten, erkundeten wir nach und nach die Räumlichkeiten.“ So habe man durch einen Kalender in der Wohnung auch rausgefunden, dass sich die zwei jüngsten Kinder und die Mutter laut Eintragungen in psychologischer Behandlung befinden. Distel hat den Dreh schließlich abgebrochen.

Imago TV und Sat.1 hatten die Vorwürfe Distels zurückgewiesen und eine lückenlose Aufklärung der Umstände zugesichert. Material der entsprechenden Folge der Reality-Show soll nicht ausgestrahlt werden.

Update: Mittlerweile wurde bekannt, dass Imago TV von Matthias Distel Unterlassung fordert. Distel wiederum kündigte für kommenden Montag einen „Gegenschlag“ an.

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