Anzeige

Klimaneutrale Kampagnen und Greenwashing

GroupM ermöglicht CO2-Kompensation von Mediakampagnen

Karin Ross – Foto: GroupM

M Studio von GroupM und die Klimaschutzberatung Myclimate bieten eine Lösung für 100 Prozent klimaneutrale Werbung an. Derweil wird mit dem Prädikat „klimaneutral“ laut Wettbewerbszentrale auch Greenwashing betrieben.

Anzeige

Die Agentur M Studio von GroupM und die Klimaschutzberatung Myclimate bieten mit Admosfy ab sofort eine Lösung für 100 Prozent klimaneutrale Werbung an. Von analog bis digital und von TV bis Radio in der DACH-Region. „Mit dem Projekt Admosfy gehen wir einen ersten wichtigen Schritt, um die CO2-Emissionen von Mediakampagnen wirksam auszugleichen“, so Paul Woelky, Lead Project Admosfy bei M Studio. „Die bisher gesammelte Erfahrung in unseren Admosfy-Berechnungen zeigt: Verschiedenste Faktoren und Variablen haben einen Einfluss auf den schlussendlichen CO2-Fußabdruck eines Mediaplans – das dabei eingesetzte Budget spielt hierbei bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Daher haben wir uns bewusst gegen eine prozentuale Media-Fee und für eine Eins-zu-Eins-Spiegelung der Kompensationswerte an unsere Kunden entschieden.“

BSH Consumer Products und Ebay Kleinanzeigen nutzen Admosfy bereits

Admosfy kann sowohl von Werbekunden der GroupM als auch von Werbetreibenden genutzt werden, die nicht von einer der GroupM-Agenturen (u.a. Mediacom und Wavemaker) betreut werden. Mittels Admosfy soll der CO2-Fußabdruck von Mediakampagnen kompensiert werden. Hierfür werden die CO2-Emissionen des Mediaplans auf Basis der Berechnungen von Myclimate errechnet und gemeinsam mit dem Werbekunden in einen entsprechenden Äquivalenzwert übersetzt. Für die Kompensation der unvermeidbaren Treibhausgasemissionen können die Unternehmen aus Klimaschutzprojekten auswählen und so Projekte unterstützen, die zu ihren eigenen Nachhaltigkeitszielen passen, teilt GroupM mit. Werbekunden könnten mit dem errechneten Äquivalenzwert auch über bereits vorhandene Projekte aus eigenen Aktivitäten kompensieren. Als Werbekunden von GroupM nutzen zum Beispiel BSH Consumer Products und Ebay Kleinanzeigen Admosfy.

WPP: Erreichen von Net-Zero-Emissionen bis 2030

2020 wurden laut GroupM in Deutschland über 19 Milliarden Euro in Werbekampagnen investiert, wobei ein Emissionsvolumen von mehreren hunderttausend Tonnen CO2 entsteht. Die Emissionen fallen dabei in sämtlichen Media-Bereichen an: von Druck und Distribution im Printbereich über die Anzeige von digitalen Werbemitteln auf unterschiedlichen Endgeräten bis hin zur Ausstrahlung und dem damit verbundenen Stromverbrauch auf TV-Geräten.

Die Holding WPP hatte im April angekündigt, dass sie sich und damit auch ihre Unterholding GroupM für Nachhaltigkeit in der Werbung als Teil der globalen Responsible Investment-Aktivität und für das Erreichen von Net-Zero-Emissionen bis 2030 einsetzt.

Wettbewerbszentrale geißelt „klimaneutral“ als Greenwashing

Hier muss angemerkt werden, was gerade die Wettbewerbszentrale darauf hingewiesen hat, dass es einen Unterschied mache, ob ein Unternehmen sich nur mit Kompensationen „freikaufe“ oder ob es dank emissionsvermeidender oder emissionsreduzierender Maßnahmen Klimaneutralität erreiche (MEEDIA berichtete). Insofern ist fraglich, ob Unternehmen ihre CO2-ausgeglichenen Kampagnen mit dem Prädikat „klimaneutral“ schmücken dürfen. Auf diesen Punkt von MEEDIA angesprochen, antwortet GroupM: „Admosfy ist ein erster Schritt und zahlt auf die Bemühungen von GroupM ein, den Kunden eine einheitliche Sicht auf ihre Emissionen über alle Kanäle und Plattformen hinweg zu bieten. Admosfy bietet zudem in DACH die Möglichkeit, den CO2-Fußabdruck von Mediakampagnen für alle Medienkanäle und Formate zu evaluieren und ebenso einfach wie individuell zu kompensieren.“

Karin Ross, CEO GroupM Deutschland: „Nachhaltigkeit hat für uns als Menschen und damit für die Gesellschaft kurz- und langfristig Priorität. Als große Agenturgruppe können und werden wir zusammen mit unseren Kunden einen wichtigen Beitrag leisten. Ganz im Sinne unseres Mission Statements ‚Make advertising work better for people’ werden wir mit unserem Angebot Admosfy Werbung ‚besser‘ machen, da wir damit einen wichtigen Schritt in Richtung klimaneutrale Zukunft gehen.“

Übrigens hatte Mediaplus aus der Serviceplan Group vor einigen Wochen einen ganz ähnlichen Vorstoß unternommen. Mediaplus kooperiert mit Climate Partner (MEEDIA berichtete).

Anzeige