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Wettbewerbszentrale

Abmahnung für mehrere Unternehmen nach Greenwashing

Foto: Imago

Weil sie irreführenderweise mit dem Attribut „klimaneutral“ geworben hatten, hat die Wettbewerbszentrale mehrere Unternehmen abgemahnt.

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Die Wettbewerbszentrale hat Beschwerden zur Werbung mehrerer Unternehmen – darunter auch namhafte Markenhersteller – mit der Aussage „klimaneutral“ erhalten. In den Werbemaßnahmen wurde das Attribut „klimaneutral“ entweder auf das eigene Unternehmen, auf eigene Produkte oder gar auf einen einzelnen Aspekt (z.B. „100 Prozent klimaneutrale Produktion“) bezogen.

In bislang zwölf Fällen hat die Selbstkontrollinstitution, in dem rund 1.200 Unternehmen und 800 Kammern und Verbände der Wirtschaft Mitglied sind, die Werbeaussagen als irreführend abgemahnt und die Einhaltung gesetzlicher Transparenzvorschriften verlangt. Sechs Unternehmen haben sich verpflichtet, die monierten Werbeaussagen nicht zu wiederholen. In vier Fällen hat die Wettbewerbszentrale Unterlassungsklage eingereicht: zu den Aussagen „Erster klimaneutraler Lebensmitteleinzelhändler“ und „wir handeln klimaneutral“, zu Plastik-Müllbeuteln, die selbst als „klimaneutral“ beworben werden, zu „klimaneutralem Premium-Heizöl“ und zu der Aussage „klimaneutrales Produkt“. Andere Verfahren laufen noch.

Der Vorwurf: Greenwashing

Durch die beanstandeten Aussagen wie „100 Prozent klimaneutrale Produktion“, „wir handeln klimaneutral“ oder „klimaneutrales Produkt“ wird nach Auffassung der Wettbewerbszentrale der Eindruck erweckt, dass die Klimaneutralität zu 100 Prozent durch emissionsvermeidende oder emissionsreduzierende Maßnahmen erreicht wird, die das werbende Unternehmen selbst und seine Produkte betreffen.

In den beanstandeten Fällen stellt die angebliche „Klimaneutralität“ laut Wettbewerbszentrale aber lediglich ein rechnerisches Ergebnis dar, das durch den Kauf von CO₂-Ausgleichszertifikaten erreicht wird. Mit diesen Zertifikaten werden Maßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern ohne jeglichen Zusammenhang zum werbenden Unternehmen oder seinen Produkten unterstützt, wie etwa das Pflanzen von Bäumen in Uruguay, saubere Kochöfen in Ghana oder der Paranussanbau in Peru. Der Kauf von Zertifikaten wird in der Werbung natürlich verschwiegen. 

sns

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