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Gerüchte um Premium-Angebot

Twitter Blue: Ein Abo-Dienst für 3 Dollar im Monat?

Foto: IMAGO / Roman Möbius

Die Gerüchte halten sich seit Jahren: Um profitabler zu werden, könnte Twitter einen Abodienst einführen. Wie eine App-Entwicklerin erfahren haben will, könnte der 280-Zeichen-Dienst künftig ein Premium-Angebot starten, das zahlreiche Zusatzfunktionen umfasst.

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Es gehört zu den großen Rätseln des Internets: Warum hat Social Media-Liebling Twitter sein großes Wachstumsversprechen nie eingelöst und sich – zumindest in Dollar und Cent – soviel weniger dynamisch entwickelt als der nur zwei Jahre ältere Rivale Facebook? Und wie kommt es, dass selbst weitaus jüngere Angebote wie Snapchat oder Pinterest an der Börse (zeitweise) deutlich höher bewertet werden?

Als Hauptgrund fällt in der äußerst turbulenten 15-jährigen Unternehmenshistorie immer wieder die mangelnde Profitabilität auf. Erst vor drei Jahren gelang es dem 280-Zeichen-Dienst nach zahlreichen Managementwechseln überhaupt, der Wall Street schwarze Zahlen zu präsentieren. Für ein Unternehmen mit einem Börsenwert von über 40 Milliarden Dollar fallen Twitters Nettogewinne indes bis heute vergleichsweise bescheiden aus. Gerade mal ein Plus von 69 Millionen Dollar wurde im jüngsten Quartal verbucht – nicht zuletzt, weil sich Twitter bis heute fast ausschließlich auf Werbeeinnahmen verlässt.

Abo-Service für 2,99 Dollar im Monat?

Für Marketing-Professor Scott Galloway ist die einseitige Ausrichtung des Geschäftsmodells ein Unding. Der Bestseller-Autor („The Four“) fordert seit vergangenem Jahr die Einführung eines Abonnement-Dienstes als zusätzliche Einnahmequelle.

Ein Jahr später sieht es nun ganz danach aus. Wie die App-Entwicklerin Jane Manchun Wong erfahren haben will, arbeitet der Internet-Pionier an einem Premium-Dienst, der „Twitter Blue“ heißen und 2,99 Dollar im Monat kosten soll.

Der Abo-Dienst soll Nutzern zusätzliche Funktionen bieten. Wong zeigt auf ihrem Twitter-Konto etwa eine „Undo send“-Funktion, die das Posten eines Tweets rückgängig machen soll. Ebenfalls könnte Twitter Abonnenten künftig eine Lesezeichen-Funktion anbieten, wie sie etwa bei Facebook längst für Artikel üblich ist. Nutzer könnten dann Tweets unter bestimmten Kategorien abspeichern.

Ein weiteres Feature soll sich „Collections“ nennen und es Twitterern ermöglichen, bestimmte Tweets zu einer Sammlung zusammenzustellen; bislang können Twitter-Nutzer ihre Tweets nur miteinander zu einem Thread verbinden, wenn sie direkt unter den vorherigen Tweet einen neuen schreiben.

Wie Wong prognostiziert, könnte Twitter zudem ein abgestuftes Abo-Modell einführen, das weitere Features anbietet – wie etwa den vor zwei Wochen übernommenen Adblockingdienst Scroll oder den im Januar akquirierten Newsletterdienst Revue.

Ende Februar hatte Twitter auf einem Analystentag erst eine Vorschau auf neue Zusatzfeatures wie Business-Profile und sogenannte „Super Follows“ gegeben, die entsprechend ebenfalls in das abgestufte Premium-Modell einfließen könnten.

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