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Nahost-Konflikt in den Medien

Israel-Berichterstattung: Kritik an ARD, ZDF und Deutsche Welle

Am 14. Mai 2021 werden von Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen Raketen in Richtung Israel abgefeuert – Foto: Imago Images

Im Zuge eines Angriffs der radikalislamistischen Hamas auf Israel ist es im Laufe der Woche zu massiver Gewalt im Nahen Osten gekommen. Nicht nur die, sondern auch die Berichterstattung über die Ereignisse wurde heftig diskutiert. Im Zentrum der Kritik stehen die Öffentlich-Rechtlichen.

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Innerhalb kürzester Zeit sind diese Woche hunderte Raketen aus dem Gaza-Streifen auf Israel geschossen worden. Nicht nur der Angriff der Hamas – die unter anderem von der Europäischen Union als terroristische Vereinigung eingestuft wird – und die Reaktionen Israels wurden heftig diskutiert, wobei es unter dem Hashtags „GazaUnderAttack“ und „FreePalestine“ zu zahlreichen antisemitischen Ausfällen gekommen ist.

Kritik gab es auch an der Berichterstattung von ARD, ZDF und Deutsche Welle, die sich an der Nutzung eines Hashtags genauso entzündete, wie an einzelnen Formulierungen und der Berichterstattung in der Breite. Auf „tagesschau.de“ war unter anderem von „Hamas-Aktivisten“ die Rede. Kritiker sahen darin eine Verharmlosung einer terroristischen Vereinigung, die ihre Angriffe am liebsten aus Wohngebieten auf Wohngebiete feuert und dabei zivile Opfer auf beiden Seiten in Kauf nimmt.

Im „Heute Journal“ des ZDF sprach Claus Kleber derweil wiederholt davon, dass „beide Seiten“ den Konflikt eskalierten. Außerdem sprach er von „primitiven Raketen“, die von der Hamas verwendet würden. Tatsächlich hat die Hamas aber aufgerüstet, und ist mittlerweile in der Lage, ganze Salven mit hundert und mehr Raketen zu feuern, so dass Israels Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ nicht mehr alle Geschosse abwehren kann. Dies sorgte unter anderem bei der „Bild“, die am Mittwoch und Freitag mit zwei Israel-Flaggen über dem „Bild“-Logo auf der Titelseite aufmachte, für Unmut. Etwa bei „Bild-„Meinungschef Filipp Piatov.

Nach heftiger Kritik sah sich zudem die ARD – konkret das „ARD Morgenmagazin“ – einmal mehr genötigt, einen vergleichsweise nüchternen Tweet zu den Vorgängen in Nahost zu löschen, weil die Redaktion den Tweet einzig mit dem Hashtag „GazaUnderAttack“ versehen hatte. Die Redaktion entschuldigte sich später für den Hashtag und räumte ein, dass dieser in einer „neutralen Information“ nichts zu suchen habe.

Für Aufmerksamkeit sorgte auch ein Interview, das von der „Deutschen Welle“ geführt wurde. Der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland – der ebenfalls Mitglied der ARD ist, allerdings nicht vom Rundfunkbeitrag, sondern mit Steuergeldern finanziert wird – hatte im Zuge der Berichterstattung zu den Angriffen unter anderem mit dem propalästinensischen Journalisten und Aktivisten Ali Abunimah gesprochen.

Abunimah ist Mitglied der BDS-Bewegung, was für „Boycott, Divestment and Sanctions“ steht. BDS trommelt unter anderem dafür, keine israelischen Produkte zu kaufen. Kritiker sehen darin Parallelen zum „Kauft nicht bei Juden“ in Nazi-Deutschland. Nach viel Protest im Netz wurde das Interview mittlerweile von den Plattformen der Deutschen Welle entfernt. „Wir sind der Ansicht, dass seine Äußerungen antisemitisch sind und terroristische Akte rechtfertigen sollten“, erklärte die Deutsche Welle die Löschung des Beitrags später. Das Interview sei zudem mangelhaft vorbereitet und durchgeführt worden. Abunimah nannte die Hamas-Kämpfer eine „palästinensische Verteidigungsarmee“.

 

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