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Doku "Die Unbeugsamen"

LG Berlin erlässt einstweilige Verfügung gegen „Zeit“

Dokumentarfilmer Marc Wiese bei einer Veranstaltung im Jahr 2015 – Foto: Imago / Sven Simon

„Die Zeit“ hatte sich in zwei Artikeln mit dem Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ befasst und dabei die Glaubwürdigkeit von Macher Marc Wiese angezweifelt. Nun hat das Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen die Wochenzeitung erlassen. Der Verlag kann gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen.

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Demnach hat das LG Berlin gegen die Berichterstattung der „Zeit“ eine einstweilige Verfügung erlassen. Konkret geht es um einen Ausschnitt aus einem Interview, dass der Macher Wiese dem Portal „Vice“ gegeben hatte. Ein Satz darin bezog sich allerdings nicht auf den Film „Die Unbeugsamen“, sondern auf ein Interview mit dem früheren Anführer einer Rebellengruppe in Uganda für den Film „Slaves“.

Wiese erklärte, dass „Vice“ den Fehler eingeräumt habe und das Interview offline genommen hat. Er legte E-Mails mit dem Medium und eine eidesstattliche Versicherung seines Anwalts vor. Unter anderem auf diesen Schnittfehler hatte Wiese in seiner Darlegung verwiesen, die die „Zeit“ jedoch in Zweifel gezogen hatte.

Das LG Berlin ist der Darstellung von Wiese nun gefolgt und hat weite Teile der „Zeit“-Berichterstattung untersagt, berichten die „FAZ“ und „SZ“ übereinstimmend. Die beiden Artikel sind bei „Zeit Online“ inzwischen nicht mehr abrufbar.

„Zeit“ hatte in zwei Artikel auf „Unschärfen“ verwiesen

Die „Zeit“ hatte vor einigen Wochen über die Doku „Die Unbeugsamen“ von Marc Wiese berichtet. Der Filmemacher beschreibt, wie die Journalistin Maria Ressa auf den Philippinen für eine freie Berichterstattung kämpft.

Gegen den ersten Artikel wehrte sich Wiese mit seinem Anwalt. Er fühlte sich von der „Zeit“ unfair behandelt (MEEDIA berichtete). Die Berichterstattung rückte ihn in die Nähe der gefakten Doku „Lovemobil“, bei der die meisten gezeigten Protagonist*innen tatsächlich Laiendarsteller waren (MEEDIA berichtete).

tb

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