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Quartalsbilanz

Apple erlöst fast 90 Milliarden Dollar in 90 Tagen – mehr als die Hälfte mit dem iPhone

Apple-Store in Hong Kong: Die Strahlkraft des Apfels – Foto: Imago / VCG

Apple feuert weiter aus allen Rohren. Bei Vorlage der neusten Quartalsbilanz kann der Techpionier aus Cupertino die Erwartungen der Wall Street nach jeder Lesart übertreffen. Vor allem iPads und MacBooks sind so gefragt wie nie. Erfolgsgarant bleibt aber das iPhone.

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Wenn es nach den starken Zahlenwerken von Alphabet und Facebook eines letzten Beweises für die anhaltende Dominanz von Big Tech bedurft hätte, dann lieferte ihn der wertvollste Konzern der Welt nach Handelsschluss. Bei Vorlage seiner neusten Geschäftsbilanz für das abgelaufene erste Quartal konnte Apple die Erwartungen der Wall Street nämlich abermals deutlich übertreffen.

Zwischen Anfang Januar und Ende März legten die Umsätze um gleich 54 Prozent von 58,31 auf bereits 89,59 Milliarden Dollar zu und lagen damit sehr deutlich über den Konsensschätzungen der Wall Street, die noch mit Erlösen in Höhe von 77,36 Milliarden Dollar gerechnet hatte. Es waren die höchsten Umsätze, die Apple jemals im ersten Kalenderquartal, das bereits dem zweiten Quartal des neuen Fiskaljahres entspricht, eingefahren hat.

Nettogewinn von 23,6 Milliarden Dollar

Der Nettogewinn zog unterdessen noch weitaus explosiver an – er wurde nämlich mehr als verdoppelt! Nach 11,25 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal konnte der Techpionier nunmehr bereits 23,63 Milliarden Dollar einfahren – ein spektakuläres Plus von 110 Prozent. 

Wegen der beschleunigten Aktienrückkäufe legte der Gewinn je Aktie gar um 118 Prozent von 0,64 auf 1,40 Dollar je Anteilsschein zu. Apple pulverisierte damit ebenfalls die Analystenschätzungen, die noch bei 0,99 Dollar je Aktie gelegen hatten.

Erfolgsgarant iPhone

Angeführt wurde die Rekordbilanz von Apples größter und mit Abstand wichtigster Konzern-Unit – der iPhone-Sparte. Apple-CEO Tim Cook gibt seit 2018 keine Auskünfte mehr über die Stückzahlenverkäufe der verschiedenen Produktkategorien, wohl aber über die Umsätze, die im Falle des iPhones deutlich über den Erwartungen der Wall Street gelegen hatten.

Nach Umsätzen von 28,96 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum konnte der Kultkonzern aus Cupertino mit seinen Smartphones, – angeführt von der im vergangenen Herbst gelaunchten iPhone 12-Serie – nunmehr fast 19 Milliarden Dollar mehr Umsatz generieren – nämlich 47,93 Milliarden Dollar erlösen. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von 65 Prozent. Die Konsensschätzungen der Analysten, die noch bei 41,43 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit ebenfalls sehr deutlich übertroffen.

Wegen Corona: iPad-  und Mac-Unit erneut Wachstumstreiber

Zum heimlichen Star des Quartals entwickelten sich unterdessen zwei der älteren Hardwaresparten, die in den vergangenen Jahren nur noch für eine Randnotiz in den Bilanzen gut waren. In der Corona-Pandemie jedoch erleben der Mac und das iPad eine vor Jahresfrist noch vollkommen unerwartete Renaissance, weil Lockdowns die Computer-Neuausstattung von Berufstätigen, Studenten und Schülern erfordern.

So schossen die Erlöse der auch schon elf Jahre alten iPad-Unit förmlich durch die Decke. Die Umsätze von Apples Tablet-Sparte legten überraschend deutlich um 79 Prozent von 4,37 auf nunmehr 7,81 Milliarden Dollar zu. Apples ältester Konzernbereich – die Mac-Division – wuchs ebenfalls massiv, nämlich von 5,35 auf nunmehr 9,1 Milliarden Dollar und damit um 70 Prozent. Die Analystenschätzungen wurden damit ebenfalls sehr deutlich übertroffen. Mehr als die Hälfte der Mac-Käufer entschieden sich laut Tim Cook zum ersten Mal für einen Apple-Rechner.

Wearables und Servicesparte boomen weiter

Auch der hoch gewettete Servicebereich, der die Internetdienste Apple Music, Apple TV+ und etwa die Erlöse des AppStore umfasst, und zum großen Hoffnungsträger des Kultkonzerns aus Cupertino geworden ist, entwickelte sich über den Wall Street-Schätzungen. Die Erlöse der Servicesparte legten um 27 Prozent von 13,35 auf nunmehr 16,90 Milliarden Dollar zu, während Analysten lediglich mit Erlösen von 15,57 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Ungewohntes Wachstums-Schlusslicht im ersten Quartal war unterdessen der neu definierte Unternehmensbereich ‘Wearables, Home and Accessories’ zu, der die Apple Watch und die boomenden Drahtlos-Kopfhörer AirPods, aber auch den Smart Speaker HomePod und andere Accessoires wie etwa Apple TV oder den iPod umfasst. Die Erlöse zogen diesmal „nur“ um 24 Prozent von 6,28 auf nunmehr bereits 7,83 Milliarden Dollar an.

Anleger reagierten erfreut auf die neue Apple-Bilanz – nicht zuletzt, weil Apple-CEO Tim Cook ein Aktienrückkaufprogramm über 90 Milliarden Dollar ankündigte. Die Anteilsscheine legten im nachbörslichen Handel um drei Prozent auf 137 Dollar zu.

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