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Kurzvideoplattform

Warum Sie auf TikTok noch was lernen können

Foto: IMAGO / imagebroker

TikTok ist als Kinderplattform verschrien. Stimmt das? Nein, meint Luca Schallenberger. Denn die Plattform fährt eine Bildungsoffensive – mit Erfolg.

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Stichwort: TikTok. Ich weiß, woran Sie denken: Tanzvideos. Vielleicht auch an Lipsync oder Sie haben Bedenken zum Datenschutz. In der kollektiven Wahrnehmung gilt die Plattform als jung, gar kindlich. Politische, wirtschaftliche oder juristische Themen? Ja, auch die gibt es. Denn TikTok hat sich das Thema „Bildung“ groß auf die Fahnen geschrieben.

Und siehe da: Es kommt an.

5,2 Milliarden Aufrufe zählt der Hashtag #LernenMitTikTok bereits. Tendenz steigend. Sie sagen: Stopp! Die Jugend interessiert sich doch gar nicht für Politik und so weiter. Ich antworte: Quatsch! Auf TikTok lerne ich an einem Tag mehr als auf Twitter in einer Woche. Die Themenauswahl ist vielfältig: Urologe*innen, Anwält*innen, Mathe-Lehrer*innen, Anlage-Betater*innen oder Journalist*innen klären auf und erklären. Mit snackable Content holen sie die Community dort ab, wo sie ist. Auf dem Smartphone. Im Hochformat. Auf TikTok eben.

Klar, das wollen alle Medien. Warum ich es trotzdem sage: Manchmal will ich einfach keine seitenlangen Essays über ein Thema lesen, um es zu verstehen. Manchmal will ich lieber Informationen in kleinen Häppchen serviert bekommen. Ist es nicht das, was guten Journalismus ausmacht: Themen auf das Wesentliche herunter zu brechen und sie für alle verständlich aufzubereiten?

Luca Schallenberger meint: Geben Sie TikTok eine Chance, es wird Ihnen gefallen! – Illustration: Bertil Brahm

Wie das geht, zeigt das Beispiel „Herr Anwalt“. Sie sagen: Jura? Langweilig und trocken. Ich kontere: Nicht aber bei „Herr Anwalt“. Tim Hendrik Walter, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, betet keine Paragraphen runter, er vermittelt alltagsnahes Wissen. Oder wussten Sie, dass es nicht strafbar ist, aus dem Gefängnis auszubrechen? Ich nicht. Erfahren habe ich das, als ich kürzlich faul im Bett lag und TikTok offen hatte. Man weiß ja nie, wann diese Info mal nützlich sein könnte. 3,4 Millionen Menschen folgen ihm übrigens. Zusammen kommen seine Videos auf 139 Millionen Likes. Von wegen langweilig und trocken.

#LernenMitTikTok hat viele Annehmlichkeiten. Das Beste an den Lernvideos aber ist, dass die Fülle an Inhalten einen nicht erschlägt. Da sich auf TikTok fast alles auf der For-You-Seite (einem unendlichen Feed an Videos, der auf die eigenen Interessen zugeschnitten ist) abspielt, stimmt die Mischung aus Belanglosem und Ernsthaftem. Mal Comedy, mal Inhalte, bei denen man richtig etwas lernen kann – TikTok kennt mich gut genug, um zu wissen, wie viel ich vertrage.

Also, laden Sie sich die App doch mal runter. Am Anfang dauert es kurz, bis der Algorithmus versteht, was Sie sehen wollen. Aber wenn er es erst einmal kapiert hat, wird er sie nicht enttäuschen. Versprochen!

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