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Neue Features

Facebook greift Clubhouse mit „Live Audio Rooms“ an und startet Podcast-Offensive

Facebook: Mit 2,7 Milliarden Nutzern das weltgrößte soziale Netzwerk Foto: imago

Die Gerüchte haben nicht getrogen: Facebook will auf dem boomenden Audio-Markt mitspielen. Konzernchef Mark Zuckerberg kündigte heute eine Produktoffensive an, die allerdings erst in „drei bis sechs Monaten“ bei Nutzern ankommen soll. Facebooker können dann wie bei Clubhouse an Diskussionen teilnehmen, Audio-Clips oder ganze Podcasts erstellen

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Das Muster ist bekannt. Gibt es Innovationen im Social Media-Bereich, die sich steigender Beliebtheit erfreuen, fackelt Facebook-Chef Mark Zuckerberg nicht lange, um der Konkurrenz auf den Zahn zu fühlen. Das kann in Form von Schmeicheleien oder großzügigen Übernahmeangeboten wie bei Instagram oder WhatsApp der Fall sein – oder im hingeworfenen Fehdehandschuh wie bei Snapchat.

Die Methode ist dabei stets die gleiche: Was boomt, aber nicht selbst entwickelt wurde, wird eben geklont. Zu besichtigen beim brutal kopierten Stories-Feature, mit dem Zuckerberg Snap schwierige Jahre nach Börsengang 2017 bescherte. Die Geschichte scheint sich jetzt nach dem Erfolg von Clubhouse zu wiederholen: Wie erwartet hat Facebook heute zahlreiche neue Audio-Features angekündigt.

Live Audio Rooms als Clubhouse-Killer?

Da ist zunächst „Live Audio Rooms“ – ein Live-Format, bei dem Facebook-Nutzer über die App innerhalb von Gruppen und später im Messenger mit ihren Freunden Gespräche führen oder einfach zuhören können. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Clubhouse: Ein Gastgeber lädt zur Diskussion in einem virtuellen Audio-Raum ein, Nutzer können sich zuschalten oder mitdiskutieren.

„Wir werden damit anfangen, Live Audio Rooms zu testen und erwarten, dass es im Sommer für alle Nutzer zugänglich ist“, erklärte Fidji Simo, Chef der Facebook-App, in einem Blogbeitrag. Das neue Feature werde zunächst im Gruppen-Bereich getestet.

Soundbites und Podcast-Angebot

Damit nicht genug: Ganz grundsätzlich will Facebook seinen Nutzer mehr Möglichkeiten geben, sich über Audio-Formate auszudrücken. So stellt Facebook mit Soundbites quasi einen Werkzeugkasten bereit, mit dem Nutzer kurze Audio-Clips erstellen können – ganz nach dem Vorbild der zahlreichen Anwendungen für Foto- und Video-Aufnahmen in der Facebook-App und im Messenger.

Und mehr noch: Auch auf den Podcast-Zug will Facebook nun aufspringen, indem das weltgrößte soziale Netzwerk das boomende Audio-Format enger einbindet. In den kommenden Monaten müssten Nutzer die App demnach nicht mehr verlassen, wenn sie auf (bestimmte) Podcasts zugreifen wollen. Zudem soll Nutzern basierend auf ihren Interessen passende Podcasts oder einzelne Episoden vorgeschlagen werden.

Die Wall Street reagierte unterdessen achselzuckend auf Facebooks erwartete Audio-Initiative. Die Facebook-Aktie gab mit dem Markttrend an der Technologiebörse um rund ein Prozent auf 302 Dollar nach.

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