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Divers und international

Trickfilm-Festival ITFS findet erstmals hybrid statt und setzt auf Zeitgeist

Huch: Das ITFS findet in diesem Jahr nur hybrid statt! – Illustration: ITFS

Das 28. ITFS findet vom 04. bis 09. Mai 2021 erstmalig hybrid statt. das Trickfilm-Festival greift mit seinem Programm aktuelle gesellschaftliche und politische Themen auf.

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Mit neuen Filmprogrammen zu „Creating Diversity“ oder „Pandemic Animation“ sowie den etablierten Wettbewerbskategorien für Kurz- und Langfilme zeigt das Internationale Trickfilm Festival Stuttgart (ITFS) künstlerisch hochwertige Animationsfilme, innovative interaktive und transmediale Arbeiten. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es allerdings. Anstatt, wie geplant, auch Open Air in Stuttgart präsent zu sein, wird das ITFS in diesem Jahr als rein hybride Veranstaltung stattfinden. „Das bedauern wir sehr“, so Ulrich Wegenast, Künstlerische Geschäftsführer der Film- und Medienfestival gGmbH, und führt fort: „Die Bespielung des öffentlichen Raums mit dem beliebten Open Air auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist ein wichtiger Bestandteil des Trickfilm-Festivals, mit dem wir die Bevölkerung kostenlos teilhaben lassen und unsere große Verbundenheit zur Stadt Stuttgart zeigen konnten.“

Die Veranstalter haben sich aufgrund der Pandemieentwicklungen und der Entscheidung der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Lage zu diesem historischen Schritt entschlossen. Als kleiner Trost für alle Festival-Fans bringt das ITFS das Schlossplatz-Open-Air zu den Zuschauer*innen via kostenlosem Livestream nach Hause auf den heimischen Bildschirm. Vom 4. bis 9. Mai 2021 werden von 14:00 bis 22:00 Uhr Kurzfilme, Live-Interviews, Talks und Sonderprogramme gezeigt.

Highlights aus den Filmprogrammen (Onsite & Online)

Trotz oder gar wegen der Pandemie sehen die Veranstalter 2020 als ein durchaus produktives Jahr an: knapp 2.000 Filme aus über 80 Ländern wurden in allen Wettbewerbskategorien eingereicht. Der Internationale Wettbewerb, das Herzstück des Festivals, zeigt einige der besten animierten Kurzfilme der ganzen Welt; darüber hinaus werden in den unterschiedlichen Wettbewerben in diesem Jahr Preisgelder über insgesamt 60.000 € vergeben.

Im Internationalen Kurzfilmwettbewerb dominieren Themen wie Ausgrenzung und Einsamkeit, zwischenmenschliche Beziehungen und Diversität, Alter und Pflege, aber auch Krieg und Tod. Laut Film- und Medienfestival gGmbH wird insbesondere auch die hohe Qualität der Filme von internationalen Regisseurinnen. So zeigt beispielsweise die Neuentdeckung Liesbet van Loon mit „Monachopsis“ (2020, Belgien) das Gefühl der Ausgrenzung, des nicht dazu Gehörens, bis die Protagonistin auf eine Frau trifft, mit der sie sich stark verbunden fühlt.

Screenshot/Szene aus „Monachopsis“ – © ITFS

Oder Sandra Desmazières mit ihrem Film über zwei Schwestern, die durch den Vietnamkrieg getrennt wurden und sich über 20 Jahre über Briefe aus-tauschen in „Commes une Fleuve“ („Flowing Home, 2020, Frankreich). Aber auch bekannte Festivalgrößen sind im Programm. So beispielsweise Joana Priestley mit ihrem aktuellen Film „Jung & Restless“ (2021, USA), der in ein mythopoetisches Reich durch üppige Mandalas und Traumbilder führt, die auf versteckte Traumata hinweisen sollen. Außerdem wird es weitere Deutschlandpremieren auf dem Festival geben.

Divers, pandemisch & experimentell: Neue Filmprogramme zu aktuellen gesellschaftlichen Themen

Unter dem Motto rückt das ITFS die „Vielfalt“ in den Fokus und fragt: Wie präsentieren und generieren Animation, Games und Digitale Medien Vielfalt? Diversität zeigt sich beim ITFS in den unterschiedlichen, interkulturellen und internationalen Programmen, Wettbewerbsbeiträgen aus über 80 Ländern. Das Filmprogramm greift aktuelle gesellschaftliche Themen auf: Transgender und sexuelle Orientierung, Migration und sowohl religiöse als auch kulturelle Vielfalt. Es zeigt dabei den inneren Kampf und die Zerrissenheit verschiedener Personas verbunden mit der Angst vor Ausgrenzung. Das Ziel ist dabei, zur Reflektion anzuregen.

Screen/Szene aus „Wolfwalkers“, © ITFS

Ein weiteres Thema des letzten Jahres war selbstverständlich die Corona-Pandemie, die unsere Gesellschaft bis heute begleitet. Dementsprechend hat sie auch Einfluss auf die Animationsfilme genommen. Für das ITFS Grund genug, diese Beiträge in der speziellen Kategorie „Pandemic Animation“ zusammenzufassen.

Women in Animation feiert 25. Jubiläum

Ein besonderes Jubiläum feiert ind diesem Jahr übrigens der Programmpunkt „Wunderwomen“. Aufbauend auf das Programm „Women in Animation“, das beim ITFS 1996 von Jayne Pilling kuratiert wurde, stellt das ITFS 2021, nach 25 Jahren!, neue und historische Positionen des weiblichen Animationsfilms vor. Der diesjährige Schwerpunkt Wonderwomen Frauen in Games & Animation zeigt nicht nur innovative Animationskunst von Frauen, sondern stellt erstmalig in einer Ausstellung dezidiert Computerspiele vor, die maßgeblich von Frauen realisiert wurden. Gleich drei Kurzfilmprogramme, kuratiert von Waltraud Graus-gruber (Festivalleiterin Tricky Women/Tricky Realities, Wien) präsentieren die Vielfalt der internationalen weiblichen Animationsszene. Weitere zwei Filmreihen werden von Gerben Schermer (Kurator Contemporary Art and Animation und ehemaliger Leiter des Holland Animation Film Festival) kuratiert, der die chinesischen Filmemacherinnen in den Fokus rückt.

Neben den benannten Schwerpunkten hält das ITFS auch in diesem Jahr die beliebten GameZone und dem Kinderfilmfestival „Tricks for Kids“ fest. Beides wird ebenfalls kostenlos online verfügbar sein.

cb

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