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Angriff auf den "Nordkurier"

„Katapult“ will Lokalzeitung für Mecklenburg-Vorpommern starten

Gründer und Geschäftsführer Benjamin Fredrich – Foto: Katapult / Julius Gabele

Das Magazin für Kartografik und Sozialwissenschaft, „Katapult“, startet unter dem Namen „Katapult MV“ eine Lokal-Zeitung für Mecklenburg-Vorpommern. Grund ist unter anderem die Berichterstattung des „Nordkuriers“, sagt Chefredakteur Benjamin Fredrich.

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Das „Katapult“-Magazin ist dafür bekannt, Dinge anders zu machen. Karten und Infografiken anstatt von Bildern, den Fokus auf das Print-Produkt und mit klarer Haltung wächst „Katapult“ seit seiner Gründung im Jahr 2015 ziemlich stark. Die Auflage liegt inzwischen bei 120.000 Exemplaren, wie aus den IVW-Zahlen des dritten Quartals 2020 hervorgeht.

Kein Wunder also, dass „Katapult“wieder das macht, was auf den ersten Blick mindestens gewagt erscheint. Das Unternehmen gründet eine Online-Lokalzeitung für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Lesen Sie mehr über die Erfolgsgeschichte des „Katapult“ (+)

Hintergrund ist die aus Sicht von Chefredakteur Benjamin Fredrich schlechte Berichterstattung des „Nordkuriers“. Bereits in der Vergangenheit warf Fredrich dem „Nordkurier“ vor, „systematisch mit Rassismus“ zu arbeiten.

In der neuesten gedruckten „Katapult“-Ausgabe schreibt Fredrich: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Keine Lust mehr. Immer das Gleiche, immer wieder das Gleiche. […] Wer hält das alles aus? Viele Menschen aus MV können nur diese eine Regionalzeitung lesen, weil es keine andere bei ihnen gibt. Das macht mich wahnsinnig!“

Eine Lokalzeitung für das Heimatbundesland soll es richten: „Katapult MV“

Damit das aber alles klappt, sucht das Projekt Unterstützer*innen. Mindestens 19.000 Euro müssen monatlich zusammenkommen, davon können fünf festangestellte Redakteur*innen bezahlt werden. Umgerechnet sind das 3.800 zahlende Leser*innen, die jeden Monat mindestens fünf Euro zahlen. Das Versprechen: Sollte mehr dazu kommen, fließt jeder weitere Euro in das Projekt. Auf der Website heißt es: „Je mehr Abos es werden, desto mehr Kraft haben wir, desto mehr Standorte können wir eröffnen, denn desto mehr starke Leute stellen wir ein, die am Ende aufrichtigen Lokaljournalismus betreiben und die Standards des Deutschen Presserats einhalten.“

An Zuversicht fehlt es den Macher*innen nicht. Auf der Website steht: „‚Katapult MV‘ ist kein Nebenprojekt von ‚Katapult‘, nein, wir werden DIE Lokal- und Regionalzeitung Mecklenburg-Vorpommerns!“ Am ersten Tag sammelte das Projekt immerhin schon 4.728 Euro (548 Abos) ein (Stand: Donnerstagabend, 25. März).

Hier geht es zur Online-Lokalzeitung „Katapult MV“.

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