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Konferenz in Corona-Zeiten

Dmexco 2021: Neue Prioritäten, altes Konzept

DMexco 2021

Foto: DMexco

Unter dem Motto #Settingnewpriorities plant die Kölnmesse die Dmexco 2021 konsequent als hybride Konferenz. Das lässt alle Möglichkeiten offen, ist aber auch sehr vage, um Aussteller zur Buchung zu motivieren.

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Corona als digitaler Brandbeschleuniger. Aus allen Verlautbarungen der digitalen Marketingszene dringt der gleiche Tenor. Auch die Dmexco macht da keine Ausnahme. Das Leitmotto der Veranstaltung, die am 7. und 8. September in Köln physisch und gleichzeitig online stattfinden wird, lautet #SettingNewPriorities. In einem ersten Statement, das die Kölnmesse am Donnerstag veröffentlichte, fokussiert die Leitveranstaltung der Branche auf die gravierenden Veränderungen, die die Corona-Jahre mit sich gebracht haben. Die Corona-Jahre? Ja. In Köln geht man davon aus, dass im September Corona weiterhin ein Thema sein wird. Und dann sind es insgesamt schon 18 Monate.

„Die meisten Unternehmen mussten neue Wege gehen sowie ihre Prioritäten ändern und neue Impulse setzen. Genau das möchten wir mit der Dmexco 2021: Der Digitalbranche eine Plattform bieten, auf der sie ihre speziellen Anforderungen und Prioritäten definieren kann”, sagt Oliver Frese, der COO der Koelnmesse.

Größte Herausforderung: Welchen Weg schlägt man beim Eigenmarketing ein?

Die größte Herausforderung für die Digitalbranche ist allerdings zu entscheiden, welchen Weg man vertrieblich und im Eigenmarketing für dieses Jahr einschlägt und ob die hybride Dmexco dabei eine Rolle spielt. Die Branchengrößen von Google über Microsoft, Salesforce, Yext bis zu den großen Agenturnetzwerken haben unter Hochdruck gelernt, wie man mit eigenen kleineren oder größeren Digitalevents qualitativ hochwertige Kundenkontakte einsammelt und gleichzeitig die Agenda in der Hand behält.

Das eigene Setup der Digitalmarketer in Sachen Webinar, Zoom-Konferenz und Co. ist durchperfektioniert. Davon kann auch eine Dmexco profitieren, denn die remote Performance der Speaker, Panels und Moderatoren wird stärker sein als 2020. Gleichzeitig wirkt dieser Trend auch gegen die Leitmesse, da sich viele Unternehmen auch angesichts angespannter Budgettöpfe genau überlegen, ob sie die – nicht ganz günstige Teilnahme – im September leisten wollen.

Geplant ist eine Corona-sichere physische Konferenz mit weniger Ausstellern, weniger Besuchern aber dennoch einem starken Konferenzprogramm. Letzteres wird gestreamt und trägt somit auch den digitalen Ableger.

Logistik eines Messeauftritts oder des Messebesuchs größerer Teams ist keine Kleinigkeit

Wie groß die Verunsicherung in Köln-Deutz aktuell ist, kann man möglicherweise daran ablesen, dass es keinerlei Verlautbarungen bisher gibt, wie die Konzeption mit Leben gefüllt wird. Es gibt bislang keine Speaker-Ankündigungen. Stattdessen werden die Zahlen aus den beiden Vorjahren als Referenz promoted. Die Dmexco-Website widmet sich in diesen Tagen gleich in mehreren Beiträgen dem Thema Social Commerce. Wichtig ist dieses Thema zweifellos, aber für die digitale Leitmesse ist es nur eines von vielen Themen und mit Sicherheit nicht das wichtigste. Auch das Sales-Booklet, dass potentiellen Ausstellern an die Hand gegeben wird, bleibt erstaunlich unkonkret bei wichtigen Fragestellungen, etwa wie die Sichtbarkeit der Aussteller in der digitalen Expo verbessert werden kann, wenn sie keine Masterclasses buchen.

Das alles vor dem Hintergrund, dass zumindest eine Planung eines physischen Aufenthalts und Auftritts in Köln genau jetzt stattfinden muss. Die Logistik eines Messeauftritts oder des Messebesuchs größerer Teams in der Domstadt ist keine Kleinigkeit. Weniger als ein halbes Jahr Vorlauf sind da eher knapp bemessen, vor allem, wenn man den betont internationalen Fokus der Dmexco in den Vordergrund stellen möchte.

Die Worte von Matthias Wahl, dem Präsident des BVDW richten sich also nicht nur an die Digitalbranche gesamt, sondern vor allem auch an das Veranstalterteam. „Jetzt liegt es an uns, Innovationen und Entwicklungen voranzutreiben und die Branche weiterzuentwickeln.”

Denn eines ist auch klar: Wir alle wünschen uns eine starke und strahlende Leitmesse im September. Gerade vor dem Hintergrund der so unsicheren NewPriorities.

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