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"Spiegel" wegen irreführender Überschrift kritisiert

Burda verkaufte Masken an das Gesundheitsministerium

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – Foto: Imago

Der Burda-Verlag hat dem Gesundheitsministerium bei der Maskenbeschaffung geholfen. Insgesamt wurden 570.000 Masken für knapp 909.000 Euro geliefert. „Der Spiegel“ wird wegen seiner Berichterstattung über Jens Spahns Ehemann hierzu kritisiert.

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Hubert Burda Media hat dem Bund in der ersten Hochphase der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr beim Beschaffen damals knapper Schutzmasken geholfen. Dem Gesundheitsministerium seien im April 2020 rund 570.000 Masken mit einer Rechnungssumme von 909.451,86 Euro geliefert worden, teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage am Sonntag mit. Zuerst berichtete der „Spiegel“ darüber. Die Hilfe habe der Vorstand angeboten. Es seien keine Provisionen an Mitarbeiter der Hubert Burda Media GmbH gezahlt worden. 

Mit Blick auf Daniel Funke, der Büroleiter der Burda-Repräsentanz in Berlin und Ehemann von Gesundheitsminister JensSpahn (CDU) ist, erklärte das Unternehmen: „Herr Daniel Funke war zu keinem Zeitpunkt über die Transaktion informiert oder involviert.“ Das Ministerium teilte auf Anfrage am Sonntag mit: „Der Vertrag mit der Burda GmbH ist nach Angebotseingang nach einem standardisierten Verfahren zu marktüblichen Preisen geschlossen und abgewickelt worden.“

Burda habe die Kosten für die Masken eins zu eins weitergereicht, erklärte der Sprecher. Der Stückpreis habe 1,736 US-Dollar betragen. Der Konzern betonte, dass es sich um ein reines Hilfsangebot gehandelt habe. Zu keiner Zeit sei ein Geschäft geplant gewesen. Ziel sei gewesen, der Gesellschaft und dem Ministerium schnell zu helfen.

Burda habe die Beschaffung angesichts einer Minderheitsbeteiligung an einem Plattformunternehmen in Singapur angeboten. Die Masken seien dem Ministerium am 17. April 2020 in Shanghai übergeben worden, das dann einen Lufttransport nach Deutschland organisiert habe.

„Der Spiegel“ wegen Überschrift in der Kritik

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete unter der Überschrift „Firma von Spahns Ehemann verkaufte Masken ans Gesundheitsministerium“ zuerst über den Masken-Deal.

Nach vielfältiger Kritik über die irreführende Überschrift änderte das Hamburger Magazin den Titel zu „Arbeitgeber von Spahns Ehemann verkaufte Masken ans Gesundheitsministerium“. Am Ende des Artikels steht folgender Hinweis: „Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es in der Überschrift, die Firma von Spahns Ehemann habe die Masken verkauft. Es handelt sich um die Burda GmbH, seinen Arbeitgeber, wie es auch im Vorspann steht – nicht ’seine‘ Firma. Wir haben die Überschrift deshalb geändert. „

Die SPD forderte Klarheit über die Beschaffung von Masken. Die „Salamitaktik“ mit scheibchenweisen Informationen aus dem Ministerium „untergräbt das Vertrauen in die Institutionen unserer Demokratie. Das muss aufhören“, erklärte Fraktionsvize Achim Post am Sonntag auf Twitter. Er bekräftigte die Forderung der SPD nach einem unabhängigen „Transparenzbeauftragten“ zu den Beschaffungen. Der Minister selbst sei befangen. Außerdem müsse er sich um die Lieferung von Impfstoff und Tests kümmern. „Damit sollte er ausgelastet sein.“

ls / dpa

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