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Digitales Publishing

Die „Spiegel“-Gruppe killt ihre Kiosk-Apps

So werden "Spiegel"-Heft-Geschichten künftig in der "Spiegel" News-App präsentiert – Foto: "Spiegel"-Gruppe

Die „Spiegel“-Gruppe verzichtet künftig auf eigenständige Kiosk-Apps, die die digitalen Ausgaben der gedruckten Magazine abbilden. Die Digital-Magazine werden stattdessen in den bestehenden News-Apps integriert. Man erhofft sich dadurch ein verbessertes Nutzer-Erlebnis.

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Bisher fanden „Spiegel“-Abonnenten (und solche des „Manager Magazins“) die Digital-Ausgaben der Magazine in eigenen Kiosk-Apps. Mit einem am Dienstag erscheinenden Update werden die Digital-Ausgaben in die News-Apps der Medienmarken der „Spiegel“-Gruppe integriert.

„Die Angebote unserer Marken sollen für Leserinnen und Leser so einfach wie möglich umfassend nutzbar sein. Deshalb wollen wir die Vorzüge unserer Magazine noch näher zu ihnen bringen. Dafür sind unsere millionenfach genutzten Nachrichten-Apps die idealen Türöffner. Unsere Abonnentinnen und Abonnenten bekommen künftig in derselben Umgebung, in der sie auch aktuelle News und Analysen finden, ein In-App-Magazin, das auf dem Urgedanken des Print-Heftes als Nachrichten-Magazin basiert“, sagt Matthias Streitz, Leiter Entwicklungsredaktion der „Spiegel“-Gruppe.

Die digitalen Heftausgaben sind in den Apps mit einem eigenen Magazin-Icon platziert. Als Einstieg gelangen die Nutzer zum Intro mit der Titelgeschichte und den wichtigsten Recherchen der aktuellen Ausgabe.  Neu ist auch eine Audio-Funktion. Ausgewählte Artikel werden auf Wunsch von professionellen Sprechern vorgelesen. Künftig soll das gesamte Magazin auch per Audio zur Verfügung stehen. Wer weiter eine klassische Print-Anmutung bevorzugt, für den gibt es nach wie vor die Möglichkeit, das Heft als PDF-Dokument runterzuladen. Die alten Kiosk-Apps werden für eine Übergangszeit weiter unterstützt, anschließend werden dort aber keine neuen Inhalte mehr eingestellt.

Interessant: Im Entwicklungs-Blog bei „Medium.com“ schreibt der „Spiegel“, dass man sich von der aufwändigen Produktion des so genannten Digital Storytellings weitgehend verabschieden möchte: „Mit dem Start des iPad kam in der Medienbranche die These auf, Leser:innen würden erwarten, dass die multimedialen Möglichkeiten der Geräte großflächig genutzt werden. Tatsächlich ist dem nicht so“, heißt es dort. Zu Jahresbeginn sei entschieden worden, Geschichten in der Magazin-App des „Spiegel“ nur noch dann aufwändiger zu produzieren, wenn es das Thema gebietet, und nicht mehr für eine bestimmte Zahl von Artikeln. Auch auf QR-Codes in der gedruckten Ausgabe wird künftig verzichtet.

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