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Reuters-Studie

Kaum Journalistinnen in Führungspositionen in Nachrichtenredaktionen

Weiterhin männliche Dominanz – Foto: Imago

Vier von zehn Nachrichtenredakteuren sind Frauen und nur zwei davon schaffen es in Führungspositionen. Das Reuters Institute hat untersucht, wie Führungspositionen in Nachrichtenmarken nach Geschlecht besetzt sind. Das Ergebnis: Frauen sind unterrepräsentiert. Eine Ausnahme bildet Südafrika.

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Das Reuters Institute hat heute zum Internationalen Frauentag eine neue Studie veröffentlicht, in der unter Nachrichtenredakteuren die Aufteilung nach Geschlecht analysiert wird. Untersucht wurden stichprobenartig 240 große Nachrichtenmarken (on- und offline) in zwölf Ländern auf vier Kontinenten, darunter die Top 10 der Online- und Offline-Nachrichtenmarken.

Untersucht wurde auch, wie sich die Geschlechterverteilung unter den Top-Redakteuren im Vergleich zu der von Journalisten im Allgemeinen verhält.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

Nur 22 Prozent der 180 Top-Redakteure der 240 abgedeckten Nachrichtenmarken sind Frauen, obwohl durchschnittlich 40 Prozent der Journalisten in den zwölf Märkten Frauen sind. Schaut man auf die zehn Märkte, die schon 2020 und jetzt wieder untersucht wurden, so sind 23 Prozent der Top-Redakteure weiblich (gleiches Ergebnis wie 2020).

Schaut man auf die 178 Nachrichtenmarken, die sowohl in diesem als auch im vergangenen Jahr untersucht wurden, so gibt es einen Anstieg von 22 auf 24 Prozent. Von den 37 neuen Top-Positionen dieser Marken werden 16 Prozent von Frauen besetzt.

In elf von zwölf Märkten sind die meisten Top-Redakteure Männer. Das gilt auch für Länder wie Brasilien und Finnland, in denen Frauen unter den arbeitenden Journalisten zahlreicher sind als Männer. Die einzige Ausnahme ist Südafrika, wo 60 Prozent der Top-Redakteure in der Stichprobe Frauen sind (und 62 Prozent von allen Redakteuren weiblich sind).

Der Anteil der weiblichen Top-Redakteure ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Japan hat keine der großen Nachrichtenmarken in der Stichprobe eine Frau als Top-Redakteurin. In Mexiko (6 Prozent), Spanien (8 Prozent) und Brasilien (12 Prozent) ist der Anteil sehr gering.

Während es eine positive Korrelation zwischen dem Prozentsatz der Frauen, die als Journalistinnen arbeiten, und dem Prozentsatz der Frauen unter den Top-Redakteuren gibt, gibt es einen geringeren Anteil der Frauen in Top-Redaktionsrollen als die Frauen im gesamten Beruf, so Reuters. Dies stehe im Einklang mit jahrelanger Forschung, die die vertikale Trennung in der Nachrichtenbranche dokumentiere.

Die gesamte Studie kann hier eingesehen werden.

rk

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