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Bilanz 2020

P7S1 übersteht Corona-Jahr besser als erwartet – und will Dating-Bereich an die Börse bringen

Foto: P7S1

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat 2020 seinen Umsatz mit 4,05 Mrd. Euro fast stabil halten können, der Gewinn für die Aktionäre fiel um 35 Prozent. Die Parship-Meet-Gruppe steigerte ihr Betriebsergebnis und soll nun fit für den Börsengang gemacht werden.

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P7S1 hat seine Geschäftszahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Durch ein erfolgreiches viertes Quartal sind die Auswirkungen der Corona-Krise nicht so stark ausgefallen wie befürchtet. Dies hatte sich bereits Mitte Januar auf Basis vorläufiger Zahlen gezeigt (MEEDIA berichtete). Im letzten Quartal 2020 stieg der Umsatz des Konzerns um 11 Prozent auf 1,492 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,349 Mrd. Euro).

Der Konzern macht dafür allen voran den Anstieg der Entertainment-Werbeerlöse um drei Prozent, eine „fortgesetzt dynamische“ Umsatzentwicklung des Online-Beauty-Anbieters Flaconi sowie die positiven Effekte aus der Akquisition des US-Online-Dating-Unternehmens The Meet Group als Treiber aus. Auch die Red Arrow Studios konnten im Vorjahresvergleich Wachstum erzielen.

P7S1-CEO Beaujean erwartet deutlichen Aufschwung im Jahresverlauf

P7S1 kam im gesamten Jahr auf einen Umsatz von 4,047 Mrd. Euro (Vorjahr 4,135 Mrd. Euro.). Trotz vor allem im 2. Quartal starker Folgen der Pandemie schließt das Unternehmen damit nur zwei Prozent unter dem Vorjahr ab. Das Adjusted EBITDA (der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) lag bei 706 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 872 Mio. Euro.

Rainer Beaujean, Vorstandssprecher und Finanzvorstand bei P7S1, sagt zu den Ergebnissen: „Wir sind 2020 schnell und stark aus der COVID-19-Krise gekommen. Das haben wir mit einer starken Leistung und Wachstum in allen Segmenten im vierten Quartal gezeigt. In diesem traditionell für uns wichtigen letzten Quartal haben sich unser Werbegeschäft und internationaler Programmproduktionsbereich weiter erholt.“ Für dieses Jahr sei man optimistisch, auch wenn das erste Quartal durch die anhaltenden Corona-Beschränkungen belastet ist. Sobald sich das Umfeld wieder normalisiert, erwartet Beaujean einen „deutlichen Aufschwung im weiteren Jahresverlauf.“

P7S1-Pläne: Dating-Segment soll an die Börse gebracht werden

Mit Blick auf die einzelnen Segmente verlief das Jahr wie folgt: Die Unterhaltungssparte mit den Fernsehsendern erwirtschaftet 80 Prozent des Betriebsgewinns – mit 571 Millionen Euro im vergangenen Jahr allerdings ein Viertel weniger als im Vorjahr. Der Jahresumsatz der Sparte sank nur um neun Prozent. Auch die Studios und die Online-Shops machten weniger Gewinn. Dagegen legte die Parship-Gruppe kräftig zu, beflügelt auch von der Übernahme der US-amerikanischen Meet-Gruppe.

ProSiebenSat.1 hält 53 Prozent an der Parship-Meet-Gruppe, der Investor General Atlantic und das Management halten den Rest. Die Gruppe soll nächstes Jahr an die Börse gebracht werden, einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Außerdem soll am Verkauf der Online-Drogerie Flaconi gearbeitet werden (MEEDIA berichtete).

Gerade der Dating-Bereich dürfte für P7S1 künftig eine wichtige Rolle spielen: Seit Anfang Januar berichtet das Unternehmen in den drei Bereichen Entertainment, Dating (beinhaltet die ParshipMeet Group) und Commerce & Ventures. In diesem Zuge wird das Produktions- und Vertriebsgeschäft der Red Arrow Studios und das Digital-Studio Studio71 in das Segment Entertainment integriert. Im neu geschaffenen Segment Commerce & Ventures befinden sich die Minderheits- und Mehrheitsinvestitionsbereiche des Konzerns. Dazu gehören neben dem Investitionsarm SevenVentures auch die Unternehmen der NuCom Group.

Entertainment-Bereich legt Fokus auf lokale Inhalte und verbesserte Monetarisierung

Beaujean sagt zur Aufteilung: „Mit unserer neuen Struktur setzen wir noch mehr darauf, Synergien innerhalb und zwischen unseren Geschäftsbereichen zu heben und damit als Gruppe zusätzlichen Wert zu schaffen.“ Im Entertainment-Geschäft lege man den Fokus auf lokale Inhalte und eine verbesserte Monetarisierung über alle Plattformen, „die profitable Grundlage für unsere Diversifizierung“, so der P7S1-CEO.

Für das laufende Jahr erwartet Beaujean eine schnelle Erholung des Werbemarkts ab April, einen Umsatzanstieg auf 4,15 bis 4,35 Milliarden Euro und einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn über Vorjahr. Das bereinigte Betriebsergebnis soll im laufenden Jahr wieder auf 720 bis 780 Millionen Euro steigen. Die Prognosen basieren jedoch auf der Annahme, dass es zu keinen Portfolioveränderungen kommt.

Eine Analyse zur Entwicklung von P7S1 finden Sie hier (€).

Mit Material der dpa

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